Edelsteine der besonderen Art: Forscher haben in Ureilit-Meteoriten die größten bekannten extraterrestrischen Diamanten entdeckt und vor allem aufgeklärt, wie sie entstanden sein könnten. Ihre Ergebnisse widersprechen dabei der bisherigen Vermutung, dass sich die Kohlenstoffkristalle langsam im Inneren eines verlorenen, mindestens Merkur-großen Protoplaneten unseres Sonnensystems gebildet haben. Die Wissenschaftler fanden stattdessen Hinweise darauf, dass die exotischen Diamanten in der Frühzeit unseres Sonnensystems durch den Druck bei der Kollision von Kleinplaneten miteinander oder mit großen Asteroiden entstanden sind.
Wie entstanden die „edlen“ Einschlüsse?
Es ist bereits bekannt, dass Ureilite häufig größere Mengen an Kohlenstoff, unter anderem in Form von Graphit oder aber von winzigen Diamanten enthalten. Man vermutete bisher, dass diese besonderen Steinchen ähnlich entstanden sind wie ihre irdischen Pendants. Auf unserem Planeten haben sie sich in der Tiefe aus Kohlenstoff durch lange andauernden Druck des darüberliegenden Gesteins gebildet und gelangten später in Oberflächenbereiche. Eine entsprechende Entstehung der Diamanten aus den Ureiliten würde bedeuten, dass sie sich ebenfalls im Inneren eines vergleichsweise massereichen Himmelskörpers gebildet haben. Um den nötigen Druck zu vermitteln, müsste er etwa so groß wie Mars oder Merkur gewesen sein. Somit wäre dieses Bildungsszenario ein interessanter Hinweis auf die Existenz solcher Protoplaneten im frühen Sonnensystem, die im Verlauf der weiteren Entwicklung wieder verschwunden sind.
Den Ureiliten und ihren „kostbaren“ Einschlüssen hat nun ein internationales Forscherteam eine Studie gewidmet. Sie haben dazu Proben von drei Ureilit-Meteoriten entnommen und sie durch Elektronenmikroskopie, Spektroskopie und weitere Analysemethoden untersucht. Dabei stießen sie auf die gesuchten extraterrestrischen Edelsteine, und zwar auf die größten bisher bekannten: Sie könnten zwar kaum einen Ring zieren, aber die Rekordhalter sind immerhin über 0,1 Millimeter groß. Neben diesen Exemplaren fanden die Wissenschaftler in dem Material auch zahlreiche Nester von nur Nanometer großen Diamanten sowie von Nano-Graphit.
Wie sie berichten, ergaben die genaueren Analysen des Materials keine Merkmale, die eine Bildung unter den hohen statischen Drücken oder den langen Wachstumszeiten im Inneren eines Planeten erfordern würden. Stattdessen stießen die Forscher auf Eigenschaften, die auf eine Bildung der Diamanten durch eine schnelle Schockumwandlung von Graphit hinweisen. Letztlich entstanden die Diamanten demnach offenbar bei einem ähnlichen Prozess, wie er bei der industriellen Herstellung von synthetischen Diamanten genutzt wird.





