Hughes beschreibt in ihrem Buch, wie ihre Faszination für den höchsten Berg der Welt entstanden ist und wie intensiv sie sich auf die Extremtouren mit Ausdauer, Willen und manch verrückter Idee vorbereitet hat. Die Britin nimmt den Lesenden über Schnee- und Eisfelder, Berggrate und Gletscher mit an diese beiden lebensfeindlichen Orte unserer Erde. Ihren ehrlichen und eindrücklichen Erlebnisbericht verbindet sie in sieben Lektionen mit Ratschlägen über mentale Stärke für jedermann. Sie schildert ihre eigenen Erfahrungen und geht dabei auf eine sehr verständliche Art und Weise auf wissenschaftliche Studien zur Psychologie und Physiologie des Menschen ein. Anschaulich beschreibt sie die Auswirkungen auf Körper und Geist. Darüber hinaus kommen weitere Extremsportlerinnen und -sportler unterschiedlicher Disziplinen wie Schwimmen, Stand-up-Paddling und Base-Jumping zu Wort. Sie alle sind keine Superheldinnen und -helden, sondern normale Menschen, die allerdings durch ihre mentale Stärke Höchstleistungen erzielen können – trotz ihrer Ängste und Schwächen. Auch Mollie Hughes plagten Zweifel, darüber hinaus leidet sie unter Höhenangst und verarbeitete nach dem erlebten tödlichen Sturz eines Freundes im Himalaya ein Trauma.
Sicherlich wird nach der Lektüre nicht jeder Leser und jede Leserin aufs Dach der Welt steigen oder sich zum Südpol begeben. Aber auch für den Alltag können die Ratschläge der Autorin – beispielsweise zur Atmung, zur Selbstwahrnehmung und Affirmation – eine Hilfe sein. Und Mollie Hughes’ lehrreiches Buch ist schon allein für die Reise vom Sofa zu diesen faszinierenden Landschaften ein Erlebnis für sich.
Rezension: Constanze Matthes
Mollie Hughes
Whiteout – Mein Weg durchs ewige Eis
Goldmann Verlag. 288 S., 18 €





