Wasserstoff (H2) gilt als wichtiger Energieträger der Zukunft, doch bisher muss das Gas chemisch erzeugt werden – beispielsweise durch die Elektrolyse von Wasser oder die Methan-Reduktion. Natürliche Vorkommen im Untergrund schienen lange Mangelware, weil Wasserstoff sehr flüchtig ist und leicht aus dem Gestein entweicht. Doch in jüngster Zeit haben Geologen in mehreren Regionen Hinweise auf größere unterirdische H2-Reservoire gefunden.
Einer Studie aus dem Jahr 2025 zufolge könnte es global sogar bis zu zehn Millionen Megatonnen natürlichen Wasserstoffs im Untergrund geben. „Wir wissen inzwischen, dass die Erde große Mengen Wasserstoff produziert, und in Mali findet bereits eine Nutzung im lokalen Maßstab statt“, erklärt Erstautor Frank Zwaan von der Universität Lausanne. Doch wo liegen diese Wasserstoffvorkommen – und wo ist die Suche nach ihnen am vielversprechendsten?

Wie Gebirgsbildung und Wasserstoff-Vorkommen zusammenhängen
Das haben Zwaan und sein Team nun näher untersucht. Im Fokus ihrer Studie standen Gebirgszüge wie die Alpen, die Pyrenäen oder das Andalusische Faltengebirge. Sie entstanden, als tektonische Erdplatten vor Millionen von Jahren zunächst auseinanderdrifteten, sich dann aber wieder annäherten und kollidierten. Dadurch wurde der Untergrund gestaucht, angehoben und zum Gebirge aufgefaltet. Geologen sprechen dabei von einer Rift-Inversions-Gebirgsbildung.
Das Interessante daran: Im Zuge einer solchen Gebirgsbildung gelangen eisenhaltige Mantelgesteine wie Olivin und Orthopyroxen in Oberflächennähe und können dort mit Wasser reagieren. Unter bestimmten Umständen setzt diese Serpentinisierung Wasserstoffgas frei, das sich unter undurchlässigen Deckschichten sammeln und H2-Reservoire bilden kann. In einer früheren Studie hatten Zwaan und seine Kollegen bereits ermittelt, dass große, durch Rift-Inversion entstandene Gebirgszüge günstige Bedingungen für eine solche geologische „Wasserstoffküche“ bieten könnten.






