Eine der größten Schwierigkeiten für die Menschen in den ländlichen Regionen Afrikas ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch auch eine gesicherte Wasserversorgung wirft Probleme auf, wie eine Studie der britischen Wissenschaftlerinnen Mhairi Gibson von der University of Bristol und Ruth Mace vom University College London belegt. Sie hatten die Geburtsstatistiken mehrerer Dörfer im Süden Äthiopiens zwischen 1996 und 2000 analysiert, die neue Wasseranschlüsse erhalten hatten. Gibson und Mace fanden heraus, dass sich nach der Verlegung der Wasserleitungen die Geburtenrate verdreifacht hatte.
Die Forscherinnen führen den Babyboom darauf zurück, dass die Frauen körperlich nicht mehr so extrem belastet waren. Denn sie mussten nicht mehr teils sechs Stunden täglich mit schweren Kanistern zum Trinkwasserbrunnen und zurück laufen. Gibson und Mace vergleichen dieses Phänomen mit der nachlassenden Fruchtbarkeit von Sportlerinnen bei exzessivem Training.
Die erhöhte Geburtenrate hatte allerdings zur Folge, dass viele Kinder an Unterernährung litten. „Denn es gab ja nicht mehr Nahrungsmittel als zuvor”, betonen die beiden Forscherinnen. Sie fordern die Hilfs- organisationen auf, die Menschen nicht nur mit Wasser zu versorgen, sondern sie auch über Verhütungsmethoden aufzuklären.





