Rauchensteiner wendet sich gegen die verbreitete Auffassung, man habe der Republik von Anfang an keine Chance gegeben. In der Wirtschaft zum Beispiel habe im November 1918 „vorsichtiger Optimismus“ geherrscht. Doch schon bald wurde klar, dass Österreich eine Hungerkatastrophe drohte; Revolution lag in der Luft. Für den Aufbau einer Demokratie war die hohe Gewaltbereitschaft in den politisierten Teilen der Gesellschaft eine Hypothek. Die Bürgerkriegsszenarien Ende der 1920er Jahre mündeten schließlich in den „Ständestaat ohne Stände“. Rauchensteiner hat eine gut lesbare Erzählung verfasst, die auch einen Blick in die Zukunft Österreichs wirft.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




