Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Gesundheit & Medizin/Artikel
Unerkanntes Abwassersystem im Auge entdeckt
Gesundheit & Medizin

Unerkanntes Abwassersystem im Auge entdeckt

Forschende haben im Augenhintergrund ein zuvor unerkanntes Lymphnetzwerk entdeckt, das Abwässer und Abfälle der Netzhaut und hinteren Augenkammer ableitet. · Foto: © Gupta lab/ University of Toronto

Anatomische Überraschung: Unser Auge hat ein eigenes Abwassersystem für die Netzhaut und den Augenhintergrund, wie Forschende jetzt entdeckt haben. Das feine Netzwerk aus Lymphkanälchen verbirgt sich im Raum zwischen der Aderhaut und der äußeren Lederhaut des Auges. Es reguliert den Augendruck und schwemmt Abfallstoffe aus der Netzhaut aus. Dadurch könnte es auch eine wichtige Rolle für Augenerkrankungen wie die Makuladegeneration spielen.
Autor
Nadja Podbregar
24. Juli 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit & Medizin

Durch unseren gesamten Körper zieht sich ein weitverzweigtes Kanalsystem – die Lymphgefäße. Über sie entsorgen unsere Zellen, Gewebe und Organe Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit. Umgekehrt können Immunzellen über diese Bahnen ihre Ziele erreichen. Die kleinsten Ästchen des Lymphsystems sind nur 50 Mikrometer weit und liegen in den Zellzwischenräumen der Gewebe. Von dort aus wird die Lymphe über immer größere Leitungen bis in die herznahen Venen transportiert.

Eigentlich galt das menschliche Lymphsystem lange als gut untersucht und kartiert. Doch in den letzten Jahren haben Forschende an verschiedenen Stellen unseres Körpers zuvor unerkannte Lymphstrukturen entdeckt – von winzigen Kanälchen in unseren Schädelknochen über flüssigkeitsgefüllte Netzwerke in unserem Bindegewebe bis zu einem 2009 entdeckten Ableitungssystem der vorderen Augenkammer.

Wo landen die Abfallstoffe unserer Netzhaut?

Jetzt haben Forschende ein weiteres Drainage-System des Auges entdeckt. Dieses leitet Flüssigkeit aus der hinteren Augenkammer und der Netzhaut ab – und klärt damit die seit langem offene Frage, wie dieser Augenbereich seine molekularen Abfälle entsorgt. „Die Netzhaut ist einer unserer metabolisch aktivsten Körperteile. Dadurch produziert sie ständig Abfallstoffe, die entfernt werden müssen“, erklärt Co-Autor Neeru Gupta von der University of Toronto. Doch bisher konnten keine lymphatischen Gefäße im Augenhintergrund nachgewiesen werden.

Auf der Suche nach diesem Abwassersystem haben Gupta, seine Kollegin Babishaa
Sauntharrajan und ihr Team nun eine ganze Batterie an modernsten Nachweismethoden eingesetzt. Dafür injizierten sie Mäusen fluoreszente Biomarker in den Augenhintergrund, die selektiv nur auf lymphatisches Gewebe reagieren. Diese Fluoreszenzmarker wurden mit der Gewebeflüssigkeit mitgeschwemmt und verrieten so, wo und in welchen Leitungen die Augenflüssigkeit entsorgt wurde.

Abfluss von Augenflüssigkeit

20 Minuten nach Injektion einer Markersubstanz (Gelb) in den Augenhintergrund verlässt sie über Lymphkanäle das Auge zusammen mit dem Kammerwasser. — © Sauntharrajan et al./ Translational Vision Science & Technology, CC-by-nc-nd 4.0

Verborgenes Netzwerk in der Zwischenschicht

Dies enthüllte: Es gibt im Augenhintergrund tatsächlich ein eigenes Abwasser-Entsorgungssystem – ein zartes Netzwerk aus feinen lymphatischen Gefäßen. Die Fluoreszenzmarker verrieten, dass sich dieses Netzwerk im sogenannten suprachoroidalen Raum der hinteren Augenkammer verbirgt. Diese dünne Schicht liegt zwischen der von Blutkapillaren durchzogenen Aderhaut des Auges und der äußeren Lederhaut. „Der suprachoroidale Raum fungiert als entscheidende Schnittstelle für den Flüssigkeitstransport und die Druckgradienten im Auge“, erklärt das Team.

In ihren Fluoreszenzaufnahmen konnten Sauntharrajan und ihre Kollegen direkt mitverfolgen, wie Augenflüssigkeit aus der hinteren Augenkammer in den suprachoroidalen Raum gelangte und über die feinen lymphatischen Gefäße abgeleitet wurde. Über die Augenhöhle, die Bindehäute und die Lymphbahnen entlang der Nase gelangt diese Flüssigkeit innerhalb weniger Minuten bis in die Lymphknoten im Kiefer- und Halsbereich.

Direkte Verbindung zu nahen Lymphknoten

„Wir waren überrascht, eine so direkte Verbindung von der Augenflüssigkeit bis ins Lymphsystem zu finden“, sagt Gupta. „Das belegt, dass auch der Augenhintergrund einen aktiven Entsorgungsweg besitzt.“ Dies sei der erste experimentelle Nachweis für ein solches System im hinteren Augenbereich. Das Team hat dieses neu entdeckte Ableitungssystem des Auges den „posterioren okulären lymphatischen Ausfluss“ (POLO) getauft.

Damit haben die Forschenden eine weitere Komponente der komplexen Leitungssysteme in unserem Körper entdeckt – und eine lange geltende Annahme widerlegt. „Diese grundlegende Entdeckung zeigt, dass unser Auge keineswegs ein geschlossenes System ist wie zuvor angenommen“, erklärt Gupta. Stattdessen verfügt es gleich über zwei gesonderte lymphatische Drainage-Systeme: das uveolymphatische System der vorderen Augenkammer und den jetzt identifizierte posteriore okuläre lymphatische System.

Relevant für Makuladegeneration, Glaukom und Co

Die Entdeckung des neuen Ableitungssystems hat auch medizinische Bedeutung. Denn Augenerkrankungen wie der Grüne Star, die Makuladegeneration und andere Netzhautschäden sind eng mit sich aufstauender Augenflüssigkeit, nicht abtransportierten Abfallstoffen und den dadurch verursachten Gewebeschäden und Entzündungen verknüpft, wie das Team erklärt. Die neuen Erkenntnisse legen nun nahe, dass auch das Ableitungssystem im suprachoroidalen Raum an ihnen beteiligt sein könnte.

„Dies gibt uns einen ganz neuen Rahmen, um diese Krankheiten zu verstehen und liefert einen potenziellen Ansatzpunkt für ihre Therapie“, erklärt Gupta. Man kann nun beispielsweise erforschen, ob und wie dieses Abwassersystem des Auges zu Netzhauterkrankungen beiträgt und wie sich dies verhindern lässt.

Quelle: Babishaa Sauntharrajan (University of Toronto) et al., Translational Vision Science & Technology, 2026; doi: 10.1167/tvst.15.7.23

AugeAugenhintergrundAugenkammerDrainageLymphbahnLymphkanalMakuladegenerationNetzhaut
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Gesundheit & Medizin

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit & Medizin.

Alle Gesundheit & Medizin-Artikel
Interview: Wie wirkt die Sommerhitze auf unser Gehirn?
Gesundheit & Medizin

Interview: Wie wirkt die Sommerhitze auf unser Gehirn?

13. August 2026

Denkorgan im Hitzestress: Wenn das Thermometer über 30 Grad steigt, ist dies eine enorme Belastung für unser Gehirn. Welche Folgen dies hat, erklärt ein…

Affen-Studie: Lässt sich HIV bei Neugeborenen heilen?
Gesundheit & Medizin

Affen-Studie: Lässt sich HIV bei Neugeborenen heilen?

12. August 2026

An Makaken-Babys haben Forschende eine Dreifachtherapie gegen HIV getestet – und die infizierten Jungtiere damit geheilt. Studien an Menschen sollen folgen.

Verschiedene Vorlieben: Wen Mücken bevorzugt stechen
Gesundheit & Medizin

Verschiedene Vorlieben: Wen Mücken bevorzugt stechen

11. August 2026

Manche Menschen haben den Eindruck, regelrechte Mücken-Magneten zu sein. Doch nicht alle Arten fliegen auf die gleichen Gerüche, zeigt eine Studie.

Krankenhauskeime: Wie Candida auris unserer Immunsystem austrickst
Gesundheit & Medizin

Krankenhauskeime: Wie Candida auris unserer Immunsystem austrickst

10. August 2026

Der Pilz Candida auris kann schwere Infektionen verursachen. Eine Studie zeigt nun, wie er sich in Haarfollikeln auf der Haut versteckt.

← Zurück zu Gesundheit & MedizinZur Startseite