Nicht alle Biotreibstoffe sind umweltfreundlicher als Benzin und Diesel. Das fanden schweizerische Wissenschaftler der EMPA heraus – dem Forschungsinstitut für Materialwissenschaften und Technologie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Die Forscher um Rainer Zah analysierten die ökologische Bilanz von Ethanol, Methanol, Methan und Biodiesel aus unterschiedlichen biologischen Rohstoffen, die zudem aus verschiedenen Anbauregionen stammten. Dabei berücksichtigten die Wissenschaftler nicht nur klimaschädliche Treibhausgase, von denen beim Verbrennen von Biokraftstoff bis zu 30 Prozent weniger entstehen als bei fossilem Sprit. Auch Umweltbeeinträchtigungen durch Anbau und Verarbeitung der Rohmaterialien nahmen sie unter die Lupe.
Bei Rohstoffen aus tropischen Regionen, etwa Soja aus Brasilien oder Ölpalmen aus Südostasien, schlägt vor allem die Brandrodung riesiger Regenwaldflächen und deren Umwandlung in Plantagen für die Energiepflanzen negativ zu Buche. Das schädigt das Klima durch große Mengen an Kohlendioxid und belastet die Umwelt mit Schadstoffen wie Ruß, Stickoxiden, Aerosolen und Dioxinen. Durch Monokulturen geht außerdem biologische Vielfalt verloren. In gemäßigten Zonen verschlechtern vor allem intensive Düngung und maschinelle Bearbeitung des Ackerbodens die ökologische Gesamtbilanz. Der Transport der Rohstoffe, zum Teil über Tausende Kilometer, hat auf sie hingegen nur geringen Einfluss.
Die schlechteste Ökobilanz ermittelten die EMPA-Wissenschaftler für Bioethanol, der aus europäischem Roggen hergestellt wurde. Grund dafür ist der sehr niedrige Ernteertrag. Am besten schneidet Biosprit aus Abfall- oder Reststoffen ab. Auch Treibstoff aus Holz belastet die Umwelt weit weniger als Sprit auf Erdölbasis.





