Charlie Duke, seit Beginn des Raumfahrtzeitalters waren nur zwölf Menschen auf dem Mond. Lediglich vier davon leben noch. Sie waren der jüngste, der seinen Fuß auf den Erdtrabanten gesetzt hat.
Das stimmt. Bei der Apollo 16-Mission 1972 war ich 36 Jahre alt. Jetzt bin ich 87. Es wird wirklich Zeit, dass ich diesen Rekord abgeben kann.
Das Mondauto hatte vier Elektromotoren, einen in jeder Radnabe. Zusammen brachten sie es auf 750 Watt. Offiziell konnte man damit 8 Kilometer pro Stunde fahren. Das Tachometer ging trotzdem bis 20. Wie schnell ging es tatsächlich?
John Young und ich haben damals den Geschwindigkeitsrekord mit dem Mondrover aufgestellt: 17 Kilometer pro Stunde. So schnell flitzten wir den North Ray-Krater herunter. Unser Rekord wurde dann von der Apollo 17-Crew gebrochen. Eugene Cernan und Harrison Schmitt schafften 18 Kilometer pro Stunde. Sie fuhren allerdings auch steil bergab, als sie eine schwere Ladung Mondgestein transportierten.
Die beiden halten den Rekord für die schnellste Fahrt außerhalb der Erde, wie das Guinness-Buch der Rekorde eigens festhält. Sie, Herr Duke, reisen seit fast 50 Jahren um die Welt, um Vorträge über ihre Mondmission zu halten. Was wurden Sie in all der Zeit besonders häufig gefragt?
Immer wieder wollen die Leute wissen, wie ich denn auf dem Mond zur Landefähre zurückgefunden habe. Immerhin sind wir ja nicht am vorgesehenen Ort gelandet, für den wir so ausgiebig trainiert hatten.
Was antworten Sie?
Ach, wissen Sie, das ist einfacher, als die Leute denken. Der Mond ist ja bekanntlich sehr staubig. Wenn man zurückfinden will, muss man sich nur umdrehen und seinen eigenen Fußabdrücken folgen.
Auf dem Staub zu gehen, war wohl nicht einfach.
Es ist wie Kreide. Man muss schon aufpassen. Als ich am Ende unserer Mission bei den Space Olympics den Hochsprungrekord aufstellen wollte, bin ich tatsächlich ausgerutscht und wäre um ein Haar auf dem Rucksack gelandet, in dem alle lebenserhaltenden Systeme sind. Ich konnte mich gerade noch weit genug drehen, um das zu verhindern, sonst wäre ich heute nicht hier. Als ich wieder stand, meinte John Young nur trocken: „Das war nicht besonders schlau“. Wir haben 2000 Stunden im Simulator verbracht, um die Landung zu üben. Ein paar hundert Mal sind wir dabei gecrasht. Man hat uns Fehlfunktionen eingebaut, mit denen wir umzugehen lernen mussten. Wir haben so lange geübt, bis wir es konnten. Springen bei Mondgravitation dagegen haben wir kein einziges Mal geübt. Ich rate Ihnen sehr: Tun Sie nie etwas im Weltraum, das Sie vorher nicht trainiert haben.





