Mit der Injektion des Proteins GDNF ins Gehirn haben US-Forscher alkoholkranke Ratten zumindest zeitweise von ihrer Sucht befreien können. GDNF ist ein körpereigener Signalstoff, der an der Entwicklung von Nervenzellen beteiligt ist. Aus einer früheren Studie war bekannt, dass ein erhöhter Spiegel des Proteins das Verlangen nach Alkohol reduzieren kann. Die Wissenschaftler der University of California in San Francisco um Sebastien Carnicella wollten daher untersuchen, wie GDNF bei Alkoholkranken wirkt. Dazu hatten sie Ratten zwei Monate lang an Alkohol gewöhnt. Die Tiere wurden darauf trainiert, sich durch Drücken eines Hebels im Käfig Alkohol zu beschaffen. Als die Forscher den Nagern das Protein ins Ventrale Tegmentale Areal (VTA) spritzten – eine Hirnregion, die bei der Abhängigkeit von Suchtmitteln eine große Rolle spielt –, war das Verlangen der Ratten nach Alkohol bereits nach zehn Minuten deutlich geringer. Die Wirkung hielt drei Stunden lang an. Und: Die Tiere wurden nach einer erzwungenen Abstinenz nicht rückfällig, wenn sie nach der GDNF-Behandlung wieder Alkohol bekamen.
Carnicella hofft, auf der Basis von GDNF eine Therapie gegen Alkoholismus entwickeln zu können, die vor allem die hohe Rückfallquote senkt.





