von CHRISTIAN JUNG
Viele Tiergifte richten sich gegen einen Standardbaustein der Zellmembranen fast aller Lebewesen: die Ionenkanäle. Das sind hochspezialisierte Proteine, die wie ein Kanal die Membranen oder Wände etlicher Zelltypen durchziehen. Ihre Aufgabe ist es, elektrisch geladene Teilchen, vor allem Ionen, hindurchzulassen. Manchmal gewähren sie den Transfer auch anderen teils größeren Molekülen und Substraten, die auf diesem Weg in eine Körperzelle oder aus ihr hinaus gelangen. Der Transport erfolgt meist passiv, das heißt, die Stoffe fließen entlang des elektrochemischen Gefälles. Das Öffnen oder Schließen eines Ionenkanals wird über elektrische Spannung oder Signalstoffe kontrolliert – und diese Steuerungsmechanismen werden von vielen Giften blockiert.





