von TIM SCHRÖDER
Dass Eltern ihre Kinder trösten und verarzten, wenn sich die Kleinen geschnitten oder die Haut aufgerissen haben, ist selbstverständlich: ein buntes Pflaster drauf, kräftig pusten und vielleicht noch ein Kuss. Meistens geht es dann schon wieder besser. Als die Biologin Alessandra Mascaro vor einiger Zeit im Regenwald Gabuns eine Gruppe von Schimpansen beobachtete, staunte sie aber: Plötzlich fing eine Schimpansenmutter mit der Hand eine Fliege aus der Luft, nahm sie zwischen die Lippen und trug sie dann auf eine offene Fleischwunde ihres Sohnes auf. Mascaro war fasziniert. Ein solches Verhalten war in der Wissenschaft bislang noch nie beschrieben worden. Daher entschloss sie sich, die Schimpansengruppe ein Jahr lang zu beobachten. Sie stellte fest, dass die Tiere sich des Öfteren auch selbst Fliegen applizierten, um diese als „Insektenmedizin“ zu nutzen.





