Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat Christoph Klein von der Medizinischen Hochschule Hannover den „ Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung” verliehen. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert.
Klein wird für die Entdeckung der genetischen Ursache des Kostmann-Syndroms geehrt. Bei dieser Erbkrankheit werden im Knochenmark keine funktionsfähigen weißen Blutkörperchen gebildet, die Eindringlinge wie Bakterien oder Viren bekämpfen können. Die Betroffenen erleiden daher bereits im frühesten Kindesalter lebensgefährliche Infektionen oder Abszesse. Zwar stehen medikamentöse Therapien zu Verfügung, heilen lässt sich die Krankheit aber nicht. Kleins Entdeckung weckt die Hoffnung auf eine gentechnische Behandlung des Kostmann-Syndroms.
Christoph Klein identifizierte als molekularen Schlüssel des Syndroms das Gen HAX1, das den Entwicklungsablauf weißer Blutkörperchen steuert. Bei Kostmann-Patienten ist HAX1 so verändert, dass ein Eiweißmolekül, das für die Zellentwicklung der weißen Blutkörperchen zuständig ist, nicht gebildet wird.
Die Arbeit Kleins hat auch Bedeutung für die Therapie von Leukämie, da bei dieser Krankheit ebenfalls gestörte Reifungsprozesse von Blutzellen eine entscheidende Rolle spielen.





