Seit April 2018 kreist der Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) im Erdorbit. Seine Mission: Das Weltraumteleskop richtet seinen Blick auf rund 200.000 sonnenähnliche Sterne im Umkreis von rund 300 Lichtjahren um unsere Sonne und sucht nach Hinweisen auf Exoplaneten. Dafür überwacht TESS jeweils 27 Tage lang die Helligkeit der Sterne in einem Sektor seines Beobachtungsgebiets und kann so die leichten Abschattungen detektieren, die beim Vorüberziehen eines Planeten vor seinem Stern entstehen. “TESS wurde speziell dafür entwickelt und gestartet, um erdgroße Planeten im Orbit um nahe Sterne zu finden”, erklärt Paul Hertz von der NASA. “Denn solche nahen Exoplaneten lassen sich dann am besten mit größeren Teleskopen im All und auf der Erde weiter untersuchen.” In den letzten Monaten hat TESS bereits einige vielversprechende Funde gemacht, darunter eine nur 31 Lichtjahre entfernte, potenziell lebensfreundliche Supererde.
Äußerster Planet ist erdgroß und in der habitablen Zone
Was bislang aber noch fehlte, war der Nachweis eines echten Erdzwillings – eines erdgroßen Planeten in der habitablen Zone seines Sterns. Genau dies ist Astronomen mithilfe von TESS nun gelungen. Fündig wurde sie beim rund 100 Lichtjahre von uns entfernten Roten Zwergstern TOI-700. Dieser Stern hat etwa 40 Prozent der Sonnenmasse und ist nur halb so heiß wie die Sonne. Das Weltraumteleskop TESS hatte diesen Stern schon in den ersten Monaten seiner Beobachtungszeit immer wieder ins Visier genommen und dabei Transits von drei Planeten detektiert. Unklarheit herrschte jedoch über die Planetengrößen und die Bedingungen, die auf diesen Planeten herrschen. Weil der Stern ursprünglich für sonnenähnlich gehalten worden war, galten alle drei Planeten als zu heiß, um lebensfreundlich zu sein.
Doch neue Beobachtungen des TESS-Teleskops haben dies nun widerlegt und den Stern TOI-700 als Roten Zwerg identifiziert. “Als wir die Sternenparameter korrigierten, verringerte dies auch die Größen der Planeten”, berichtet Emily Gilbert vom NASA Goddard Space Flight Center und der University of Chicago. Demnach ist der innerste Planet, TOI-700 b etwa erdgroß, der mittlere dagegen ein wahrscheinlich gasförmiger Sub-Neptun. Spanend aber ist der dritte, äußerste dieses Systems: “Wir erkannten, dass der äußerste Planet ungefähr die Größe der Erde hat und in der habitablen Zone des Sterns kreist”, so Gilbert. Den neuen Daten zufolge ist dieser Planet, TOI-700 d, rund 20 Prozent größer als die Erde und benötigt rund 37 Tage für einen Umlauf um seinen Stern. Dabei erhält er etwa 86 Prozent der Strahlungsenergie von seinem Stern, den die Erde von der Sonne bekommt, wie die Forscher berichten. Der wahrscheinlich erdähnliche Planet könnte damit ein mildes, potenziell lebensfreundliches Klima besitzen.





