Seit 2009 wird der 8. Juni als Tag des Meeres von den Vereinten Nationen begangen. Er erinnert dabei an den Erdgipfel am 8. Juni 1992 in Rio de Janeiro. Ziel ist es, weltweit Aufmerksamkeit für die aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit den Ozeanen zu erregen. Der World Oceans Day soll dabei auch immer wieder betonen: Die Ozeane sind für Ernährungssicherheit, Gesundheit und das Überleben allen Lebens zentral wichtig. Darüber hinaus bilden die Meere und ihre Ökosysteme kritische Elemente des Klimageschehen unseres Planeten. Organisationen wie Greenpeace und OceanCare betonen die gravierenden Probleme im Umgang mit den Ozeanen. Auf dem aktuellen G7-Gipfel steht das Thema Schutz der Ozeane ebenfalls auf der Agenda.
Ozeane verkommen zu Plastikendlagern
Dieses Jahr prangert die UN besonders ein Problem an: Unsere Meere verkommen zum Plastikendlager – jährlich landen bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle in den Ozeanen. Neben den größeren Plastikteilen ist vor allem das nur millimetergroße Mikroplastik ein Problem. In diese Bruchstücke verwandeln sich Kunststoffe durch Abbauprozesse im Meer. Das bunte Kleinzeug ist für zahlreiche Meerestiere gefährlich, über die Nahrungskette landen die Partikel allerdings auch samt Giftfracht wieder beim Verursacher auf dem Teller, betont Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner: In Plankton, Muscheln, Garnelen und Fischen wurde Mikroplastik bereits nachgewiesen.
Mit Lösungen können bisher weder Politik, Wirtschaft noch Forschung aufwarten. Schuld an der Kurstoffflut sind vor allem Alltagsgüter: Kosmetika, Reinigungsmittel, Kunstfasertextilien, Autoreifen, Flaschen, Verpackungen und Tüten. Oft gelangen die winzigen Teilchen über unsere Haushaltsabwässer in die Umwelt. So werden zum Beispiel aus einem einzigen Fleece-Pullover pro Waschgang über 1900 Fasern herausgeschwemmt, berichtet Schöttner.
Tod im Geisternetz
Eine besondere Kategorie bei der Kunsstoffbelastung der Meere stellen die sogenannten Geisternetze dar: Die Fischereirückstände machen circa zehn Prozent des Plastikmülls im Meer aus. Vor allem Kunststoff-Stellnetze, die in über 1000 Meter Tiefe ausgebracht werden, gehen leicht verloren. Außerdem ist die Entsorgung von ausgedientem Fanggerät an Land kostspielig. Deshalb wird so manches alte Netz klammheimlich auf dem Meer entsorgt. Die treibenden Fallen werden dann vielen Meeresbewohner zum Verhängnis – darunter Fischen, Schildkröten und Meeressäugern. Hier fehlt es klar an einer gesetzlichen Regelung, so Schöttner. Möglichkeiten gäbe es offenbar: Werden die Netze zum Beispiel verbindlich mit Ortungssendern versehen, können sie auch später gefunden und geborgen werden.




