Ein Blick in die Vergangenheit des Sonnensystems ist Dan Watson von der University of Rochester und seinen Kollegen mit dem Weltraumteleskop Spitzer gelungen. Die Forscher fanden heraus, dass der junge, sonnenähnliche Stern GM Aurigae im zarten Alter von einer Million Jahren bereits von Gasplaneten umkreist wird.
“GM Aurigae ist im Prinzip eine jüngere Version unserer Sonne”, sagt Watson, “wenn wir diesen Stern betrachten, sehen wir ein Babybild unserer Sonne und unseres Sonnensystems.” GM Aurigae ist noch von einer embryonalen Gasscheibe umgeben, aus der sich ein Stern und seine Planeten typischerweise bilden. Die Forscher fanden allerdings heraus, dass in der Gasscheibe eine breite Lücke vorhanden ist ? genau in der Region, in der sich im Sonnensystem die Gasriesen befinden. Die Forscher vermuten, dass sich in der Lücke einer oder mehrere riesige Planeten befinden, die den Bereich kraft ihrer Gravitation von Staub und Gas befreit haben.
Gängige Theorien der Planetenentstehung gingen bislang davon aus, dass es mehrere Millionen Jahre dauert, bis ein Gasriese zu seiner vollen Größe angewachsen ist. Die neue Entdeckung erfordere nun andere Erklärungen, schreiben die Forscher in der Zeitschrift Astrophysical Journal Letters.
Das gleiche Astronomenteam hatte bereits vor einem Jahr die Entdeckung eines Babyplaneten um einen sehr jungen Stern gemeldet. Dieses Mal fanden sie gleich zwei Staubscheiben mit Lücke. Neben GM Aurigae wies auch der Stern DM Tauri eine solche Planeten-Kinderstube auf. Beide befinden sich 420 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Taurus (Stier).
Die Forscher nahmen die Wärmestrahlung der Staubscheibe mit dem Infrarot-Spektrografen des Spitzer-Teleskops auf.
Ute Kehse





