Niederschlesien, das Land beiderseits der oberen und mittleren Oder, ist eine europäische Grenzregion, in der sich deutsche sowie polnische Kulturtraditionen zu einer einzigartigen Mischung verbunden haben. Besondere Architektur, außergewöhnliche Natur und tiefe Einblicke in die Geschichte, verbunden mit Eindrücken aus dem Leben im Polen von heute, erwarten die Teilnehmer auf dieser spannenden und informativen Reise. Für DAMALS ist Chefredakteur Stefan Bergmann mit von der Partie.
In den drei Tagen nach der Ankunft in Wrocław (Breslau) steht die ehemalige Hauptstadt der preußischen Provinz Schlesien im Mittelpunkt. Der erste Tag dient der gemeinsamen Besichtigung: Wir erkunden die Dom-Insel, besichtigen die altehrwürdige Universität mit der weltberühmten „Aula Leopoldina“ und dem Mathematischen Turm, von dem sich ein herr‧licher Blick auf die Stadt bietet. Es geht durch die Altstadt mit dem Rathaus, dem Wahrzeichen Breslaus. Weitere Sehenswürdigkeiten: die Jahrhunderthalle mit der ersten Stahlbetonkuppel der Welt und der jüdische Friedhof.
Am Tag darauf ist die Gruppe vormittags Gast im Germanistischen Institut der Universität Wrocław. Wir lernen das polnische Hochschulwesen aus der Nähe kennen und hören einen Vortrag zur Einführung in die wechselvolle Geschichte und besondere Kultur dieser alten europäischen Region. Nach einer kurzen Ruhepause folgt die Busfahrt zum Weingut „Jaworek-Miekinia“. Im klassischen Wodka-Land Polen setzt man jüngst wieder vermehrt auf die Weintradition, früher typisch für das deutsche Niederschlesien: Besichtigung des Guts, Weinprobe und Abendessen geben Einblick in die alte und neue Weintradition Polens.
Für den letzten Tag in Breslau können sich die Teilnehmer ihr Programm individuell zusammenstellen: weitere Sehenswürdigkeiten besuchen, bummeln oder sich auf die Suche nach Familienspuren begeben.
Am Tag fünf beginnt die geführte Rundreise. Auf einem Teil davon steht der Gruppe Maria Karkosch, eine Kennerin der Kunstgeschichte Niederschlesiens, als zusätzliche Begleitung zur Seite. Die Fahrt geht zunächst durch die Kotlina Kłodzka, das Glatzer Bergland. Auf dem Programm stehen Stadtrundgänge durch das 1000-jährige Kłodzko (Glatz) sowie durch Polanica (Bad Altheide) inklu‧sive Spaziergang im Kurpark und Heilwasserverkostung. Weiterfahrt über die malerische „Hundertkurvenstraße“ nach Wambierzyce (Albendorf). Der Ort ist seit dem 17. Jahrhundert die meistbesuchte Marien-Wallfahrtsstätte in Schlesien und wird auch „schlesisches Jerusalem“ genannt.
In Krzyzowa (Kreisau), dem ehemaligen Gut der Familie von Moltke, traf sich während der Zeit des Nationalsozialismus der sogenannte Kreisauer Kreis – Vertreter des bürgerlichen Widerstands, die über die Neugestaltung Deutschlands nach einem Ende der Diktatur diskutierten. Heute befindet sich dort ein polnisch-deutsches Begegnungszentrum. Programmpunkte: die Besichtigung der Ausstellung über den Kreisauer Kreis und des sogenannten Berghauses, in dem die Geheimtreffen stattfanden, sowie ein Gespräch mit einem Vertreter der Stiftung „Krzyzowa-Kreisau“ über die Arbeit des Begegnungszentrums.




