Seinen ersten großen Auftritt auf der politischen Bühne in Athen hatte Alkibiades 420 v. Chr.: In diesem Jahr wählten die Bürger von Athen den gerade einmal 30-Jährigen zum „Strategen“. Damit war er für die Dauer von zwölf Monaten einer von zehn militärischen Oberbefehlshabern. Der Sprung in diese wichtige Spitzenposi‧tion des Staates kam nicht überraschend, sondern war ihm buchstäblich in die Wiege gelegt worden. Seine Mutter gehörte zur altehrwürdigen Dynastie der Alkmaioniden, deren prominentester Vertreter Kleisthenes sich gut 90 Jahre zuvor als einer der wichtigsten Architekten der Demokratie einen Namen gemacht hatte. Und sein Onkel und Vormund Perikles war bis zu seinem Tod neun Jahre vorher mächtigster Mann in Athen gewesen.
Zu den Lehrern des Alkibiades zählte der berühmte Philosoph Sokrates, der zu dieser Zeit die adlige Jugend von Athen mit unkonventionellen Lehren in seinen Bann zog. Und auch bei den Sophisten hatte Alkibiades eine Ausbildung genossen, bei jenen Lehrern der Rhetorik, die gegen gute Bezahlung ambitionierte junge Männer auf harte Rededuelle in den demokratischen Institutionen wie Rat und Volksversammlung vorbereiteten und ihnen dabei auch die Kunst vermittelten, in der Argumentation immer überzeugend zu wirken, auch wenn man bis dahin stets das Gegenteil behauptet hatte. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 01/2015.
Prof. Dr. Holger Sonnabend




