Ein Mittel, das das Absterben von Zellen bei radioaktiver Strahlung durch die sogenannte Apoptose verhindert, haben US-Forscher entwickelt. Dieser „Selbstmord” der Zellen ist eigentlich ein Schutzmechanismus des Körpers, um das geschädigte Gewebe zu entfernen. Bei radioaktiver Strahlung ist diese Reaktion jedoch gefährlich, da durch sie auch gesunde blutbildende Zellen im Knochenmark absterben.
Um die Apoptose zu verhindern, modifizierte das Team um die Zellbiologin Lyudmila G. Burdelya vom Roswell Park Cancer Institute in Buffalo das Protein Flagellin aus der Geißel von Salmonellen. Von diesem Protein war bekannt, dass es die Substanz NF-kB aktiviert, die die Apoptose unterdrückt. Als die Wissenschaftler ihren Wirkstoff Mäusen injizierten und diese einer normalerweise tödlichen Strahlendosis aussetzten, überlebten 87 Prozent der Tiere. Bei Rhesusaffen waren es 64 Prozent. Krebszellen wurden durch den Wirkstoff nicht geschützt, wie weitere Versuche zeigten.
Burdelya will den CBLB502 genannten Stoff vor allem bei der Strahlentherapie von Krebspatienten einsetzen. Damit soll verhindert werden, dass gesundes Gewebe, das den Tumor umgibt, durch die radioaktive Strahlung beschädigt oder abgetötet wird. Die ersten klinischen Versuche sollen noch in diesem Jahr beginnen.





