Entdeckt haben Astronomen die rätselhafte Strahlung bei Beobachtungen der kosmischen Hintergrundstrahlung. Neben dieser bis in den Mikrowellenbereich gedehnten Reststrahlung aus der Frühzeit des Universums registrierten ihre Teleskope immer auch eine schwache Mikrowellen-Störstrahlung im Vordergrund. Diese sogenannte anomale Mikrowellenemission (AME) tritt im Frequenzbereich von 10 bis 60 Gigahertz auf und scheint ihren Merkmalen nach von schnell rotierenden Nanopartikeln herzurühren. “Wir wissen, dass eine Art Teilchen für dieses Mikrowellenlicht verantwortlich sein muss”, erklärt Erstautorin Jane Greaves von der Cardiff University in Wales. “Doch die Quelle dieses Leuchtens ist seit dessen erster Entdeckung vor fast 20 Jahren rätselhaft geblieben.”
Suche bei protoplanetaren Staubscheiben
Als vielversprechendster Kandidat für die Quelle dieses Leuchtens galten bisher organische Partikel in den Staubscheiben junger Sterne. Solche polyzyklischen Kohlenwasserstoffe, so glaubte man, könnten bei Anregung durch die intensive Strahlung des jungen Sterns diese Mikrowellenemissionen abgeben. Um das zu überprüfen, haben Greaves und ihre Kollegen nun Beobachtungsdaten von 14 Staubscheiben um junge Sterne der Milchstraße ausgewertet. Neun dieser Systeme wurden mit den Radioantennen des Australian Compact Telescope Array (ATCA) untersucht, fünf weitere mit dem Green Bank Telescope (GBT) im US-Bundessstaat West Virginia. Auf Basis der Spektraldaten ermittelten die Astronomen, welche Partikel in den Staubscheiben dieser Sterne vorhanden sind und auch, ob von diesen Systemen das rätselhafte Mikrowellenleuchten ausgeht.
Es zeigte sich: Ein Großteil der 14 stellaren Staubscheiben enthielt ringförmige Kohlenwasserstoffe. Doch nur drei von ihnen emittierten auch das Mikrowellenleuchten. “Das ist der erste eindeutige Nachweis der anomalen Mikrowellenemission von einer protoplanetaren Scheibe”, sagt Co-Autor David Frayer vom Green Bank Observatorium. Wie die Analysen ergaben, hatten die drei Staubscheiben eine weitere Besonderheit: Das Spektrum der von ihnen zusätzlich abgegebenen Infrarotstrahlung deutete darauf hin, dass im Staub ganz besondere Kohlenstoffverbindungen vorhanden waren: hydrogenierte Nanodiamanten. Diese kristallinen Körnchen aus Kohlenstoff sind bereits in vielen Meteoriten nachgewiesen worden und gelten auch als Komponenten der Urwolke unseres eigenen Sonnensystems. Bekannt ist außerdem, dass diese Nanodiamanten bei schneller Rotation elektromagnetische Strahlung abgeben können.





