Mit welchen Kräften könnten uns die Sterne und Planeten beeinflussen? Mit gar nicht so vielen, wie Sie vielleicht vermuten. Denn es gibt in der Wissenschaft nur vier Grundkräfte. Alles, was im Universum passiert, kann mit ihnen beschrieben werden: von gigantischen Galaxienkollisionen bis hin zum Zusammenhalt der Protonen im Atomkern. Zwei der vier Kräfte, die starke und die schwache Kernkraft, scheiden aus astrologischer Sicht aus. Denn sie haben nur eine winzige Reichweite und wirken, wie ihr Name schon sagt, nur innerhalb der Atomkerne. Sie reichen nicht bis in den Weltraum, geschweige denn zum Mond oder den Planeten. Die anderen beiden, Gravitation und Elektromagnetismus, haben hingegen eine unendliche Reichweite.
Die elektromagnetische Kraft äußert sich durch Licht. Denn sie wird durch Photonen übertragen, also Lichtteilchen. Allerdings ist, was das Licht angeht, nur ein Himmelskörper für uns hier auf der Erde relevant: die Sonne. Sie ist nämlich 400.000 mal heller als der Vollmond, fast eine Milliarde mal heller als der für uns hellste Planet Venus und 15 Milliarden mal heller als der hellste andere Stern am Himmel. Würde Astrologie über den Elektromagnetismus funktionieren und von Licht übertragen werden, dann wäre nur die Position der Sonne relevant und alle anderen Himmelskörper wären völlig bedeutungslos. Das würde die Horoskope zwar sehr einfach machen, denn alle wären im Sternzeichen Sonne, aber dann könnte man sich den Spaß auch gleich sparen. Denn die Disziplin, die uns sehr gut erklärt, wie sich die Sonne auf unser Leben auswirkt, heißt Meteorologie.
Wie sieht es mit der Gravitation aus? Jede Masse hat eine gewisse Anziehungskraft auf andere Massen: Sterne, Planeten und natürlich auch wir Menschen. Egal wie widerlich Sie Ihren Arbeitskollegen oder Ihre Vorgesetzte finden, aus naturwissenschaftlicher Sicht fühlen Sie sich trotzdem zueinander hingezogen. Doch zum Glück nicht sehr stark. Um auszurechnen, wie stark die Gravitationskraft zwischen den Planeten und einem Menschen auf der Erde ist, benötigen wir nur die Masse und Entfernung der Planeten sowie die Masse des betreffenden Menschen. Die Masse und die aktuellen Entfernungen der Planeten kennen wir ziemlich genau. Für die Masse des Menschen nehmen wir 80 Kilogramm an, was etwa dem deutschen Durchschnittsgewicht entspricht.
Die Venus wirkt demnach auf den typischen Deutschen mit einer Kraft von etwa einem halben Millionstel Newton. Mars ist kleiner und wesentlich weiter entfernt, daher sind es aktuell nur 0,03 Millionstel Newton. Und Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem, zieht uns mit einer Kraft von 14 Millionstel Newton an. Ist das wenig oder viel? Eher wenig. Die Anziehungskraft der Venus entspricht der eines anderen Menschen in einem knappen Meter Entfernung, die des Mars etwa 3,5 Meter Abstand, und der riesige Jupiter stünde als Mensch bei nur etwa 17 Zentimeter Entfernung direkt vor Ihrer Nase. Das heißt, die Menschen und Dinge um Sie herum üben eine ähnliche Anziehungskraft auf Sie aus wie die Planeten in unserem Sonnensystem.





