Astrophysik
Supernovae gehören zu den brachialsten Ereignissen im All. Dass ein Nachbarstern eine solche Explosion eines Riesensterns überstehen kann, haben nun erstmals Astronomen aus England und Hawaii mit dem Hubble-Weltraumteleskop nachgewiesen.
Bis heute sind rund 2000 Supernovae in anderen Galaxien beobachtet worden. In Spiralen ereignet sich eine alle 100 Jahre. In M 81 – 12 Millionen Lichtjahre entfernt im Großen Wagen – wurde am 28. März 1993 die zweithellste bekannte Supernova seit der Erfindung des Teleskops entdeckt: SN 1993J. Später ließ sich anhand von früheren Aufnahmen ein Roter Riesenstern als Supernova-Vorläufer identifizieren. Aber SN 1993J zeigte eine seltsame Lichtkurve und einen zu hohen Helium-Anteil. Astronomen hatten deshalb spekuliert, dass ein zweiter Stern mit im Spiel war, der zuvor dem todgeweihten Riesenstern einen Teil der Hülle entrissen hatte.
Stephen J. Smartt von der University of Cambridge und seine Kollegen haben nun diesen zweiten Stern tatsächlich in M 81 entdeckt. Rund 250 Jahre vor der Supernova muss er sich etwa zehn Sonnenmassen an Gas von dem Roten Riesen einverleibt haben. Dadurch lassen sich die seltsamen Eigenschaften von SN 1993J erklären.
„Wir haben den Fingerabdruck des heißen blauen Sterns im Spektrum identifiziert”, freut sich Rolf Peter Kudritzki von der University of Hawaii in Manoa. „Weil er dem Roten Riesen Materie entriss, wurde dessen Helium-Kern sichtbar.”
Hans Groth





