Im Mai des Jahres 1807 bot sich den Anwesenden auf Schloss Finckenstein ein ungewohnter Anblick: Napoleon Bonaparte, Kaiser der Franzosen, empfing eine Gesandtschaft des Schahs von Persien. Die Männer mit den hohen Turbanen, den wallenden Kaftanen und den langen schwarzen Bärten waren in das ferne Westpreußen gekommen, um eine offizielle Allianz zwischen Persien und Frankreich zu schließen. Gerichtet war das geplante Bündnis gegen Russland, mit dem sich beide Länder zu diesem Zeitpunkt im Kriegszustand befanden.
Der Krieg zwischen Persien und Russland tobte bereits seit 1804. Entzündet hatte er sich um den Besitz Georgiens, das seit den glanzvollen Zeiten des safawidischen Großreiches unter Schah Abbas I. (1587–1629) ein integraler Bestandteil Persiens gewesen war. In den Thronwirren und bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die dem Untergang der Safawiden-Dynastie während des 18. Jahrhunderts folgten, gelang es den georgischen Herrschern, sich dem Zugriff der Perser weitgehend zu entziehen. …
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