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Spätes Essen und nächtliche Snacks schaden unserer Leber
Gesundheit & Medizin

Spätes Essen und nächtliche Snacks schaden unserer Leber

Unsere Leber ist eng mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus unserer inneren Uhr gekoppelt. Daher reagiert sie sensibel auf nächtliches Essen. · Foto: © KI generiert (ChatGPT)

Wenn wir spätabends noch Chips oder Süßigkeiten naschen, kann dies unserer Leber schaden. Denn dieses Organ reagiert besonders sensibel auf Verstöße gegen den Tag-Nacht-Rhythmus. Häuft sich das nächtliche Naschen, kann dies langfristig das Risiko für Fettleber und Leberzirrhose um 20 bis 30 Prozent erhöhen, wie eine Studie mit mehr als 200.000 Teilnehmenden ergeben hat. Gesünder ist es daher, abends früh zu essen und auf Chips, Schokolade und Co zu verzichten.
Autor
Nadja Podbregar
13. Oktober 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Gesundheit & Medizin

Unsere innere Uhr bestimmt nicht nur, wann wir uns müde fühlen. Unser natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus steuert auch die täglichen Zyklen von Stoffwechsel, Hormonen und Immunsystem. Leben wir gegen diesen biologischen Rhythmus, bringt dies die fein abgestimmten Prozesse aus dem Takt und schadet auf Dauer unserer Gesundheit. „Wir sehen immer wieder, dass das Timing unseres Verhaltens eine Rolle spielt, sei es beim Schlafen, Essen oder der Bewegung“, sagt Co-Autor Andrew McHill von der Oregon Health & Science University in Portland.

Dies gilt auch für unsere Ernährung: Schon mehrfach haben Studien gezeigt, dass nächtliches Essen negative Folgen haben kann. „Die Nahrungsaufnahme während der Nacht, wenn unsere innere Uhr alles auf Schlaf programmiert, verringert die Fähigkeit des Körpers, Nahrung effizient zu verstoffwechseln, erklärt McHill. Dadurch fördert das Essen gegen die innere Uhr Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

20 bis 30 Prozent höheres Risiko für Lebererkrankungen

Jetzt zeigt sich eine weitere negative Folge: Auch unsere Leber leidet, wenn wir zur falschen Zeit essen. Untersucht haben dies McHill, sein Kollege Robert Wilechansky und ihr Team mithilfe dreier US-Langzeitstudien, in denen die medizinischen Daten von Krankenschwestern und -pflegern über Jahrzehnte hinweg gesammelt wurden. Das Team wertete Angaben zu Essenszeiten und nächtlichem Naschen von knapp 200.000 Teilnehmenden aus und untersuchte, ob es einen Zusammenhang zur langfristigen Lebergesundheit gab.

Das Ergebnis: Die Teilnehmenden, die häufig noch nach dem Abendessen naschten oder die wegen ihres Schichtdienst nachts aßen, erkrankten häufiger an Fettleber oder Leberzirrhose. Ihr Risiko für eine Lebererkrankung lag 20 bis 30 Prozent höher als bei Vergleichspersonen mit ähnlichen Gesundheitswerten, die spätabends und nachts nichts mehr aßen. „Es gab einige frühere Studien, die schon Hinweise darauf lieferten, aber dies ist die erste Langzeitstudie, die explizit einen Zusammenhang zwischen spätem Essen und Fettleber zeigt“, sagt Erstautor Wilechansky.

Leber reagiert besonders sensibel auf Verstöße gegen die innere Uhr

Wie das Team erklärt, ist die Leber ein Organ, das besonders sensibel auf Verstöße gegen den natürlichen Biorhythmus reagiert. „Wir wissen, dass die Leber eng mit den zirkadianen Rhythmen des Körpers synchronisiert ist“, erklärt Wilechansky. Auch wenn die aktuelle Studie nur eine Korrelation und noch keinen kausalen Zusammenhang nachgewiesen hat, gibt es Tierstudien, die dies stützen. Sie belegen, dass die Leber sehr anfällig auf eine Nahrungsaufnahme außerhalb der natürlichen Wachzeiten reagiert.

Für unseren Alltag bedeutet dies: Wer seiner Leber etwas Gutes tun möchte, der sollte spätabends nichts mehr essen und nächtliche Gänge an den Kühlschrank vermeiden. „Unsere Ergebnisse ergänzen die wachsende Zahl an Studien, die einen Zusammenhang zwischen spätabendlichem Essen und negativen Auswirkungen auf Stoffwechsel und Leber belegen“, so die Forschenden. „Die entscheidende Botschaft ist daher: Es ist gesünder, wenn man einige Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr isst.“

Quelle: Robert Wilechansky (Oregon Health & Science University, Portland) et al., Clinical Gastroenterology and Hepatology, 2026; doi: 10.1016/j.cgh.2026.09.047

BiorhythmusEsseninnere UhrLeberNaschenTag-Nacht-Rhythmus
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