Drei helle Planeten schmücken jetzt den winterlichen Abendhimmel. Bald nach Sonnenuntergang leuchtet am Westhimmel ein heller, weißlich glänzender Lichtpunkt auf, der so genannte Abendstern. Der Abendstern ist jedoch in astronomischem Sinne gar kein Stern, also keine Sonne, sondern unser innerer Nachbarplanet, die Venus. In größtem Glanz erstrahlt Venus am 22. Februar. Schon in einem kleinen Teleskop kann man die Sichelgestalt der Venus erkennen.
Nach Einbruch der Dunkelheit sieht man hoch im Südwesten noch zwei weitere Planeten, den Riesenplaneten Jupiter und den ringgeschmückten Saturn. Beide stehen im Sternbild Stier vor dem Goldenen Tor der scheinbaren Sonnenbahn, dessen Eckpfeiler von den offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden markiert werden. Nach Venus ist Jupiter auffälligstes und hellstes Gestirn am Nachthimmel – vom Mond abgesehen natürlich. Saturn ist deutlich lichtschwächer als Jupiter, gehört aber dennoch zu den hellsten Gestirnen der ersten Nachthälfte.
Mars ist Planet am Morgenhimmel. Zum Monatsende geht er bereits um 1:51 Uhr auf. Der Rote Planet wandert durch das Sternbild Waage und wechselt am 19. in den Skorpion. Am 21. passiert er in nur einem Zehntel Vollmonddurchmesser südlichem Abstand den Stern Acrab im Skorpion – ein besonders netter Anblick mit einem kleinen Fernglas. Ein weiteres hübsches Himmelsbild ergibt sich schon am 2., an dem der zunehmende Mond zwischen Jupiter und Saturn im Sternbild Stier steht. Das Dreigestirn ist am Abend des 2. hoch am Südwesthimmel zu sehen. Merkur hält sich am Taghimmel auf und bleibt nachts verborgen.
Im Februar ist von der Erde aus betrachtet der größte Vollmond des Jahres zu sehen. Die Vollmondphase tritt am 8. um 8.12 Uhr ein. Nur neun Stunden vorher erreicht der Mond mit 356 850 Kilometer seine erdnächste Position – die Vollmondscheibe erscheint uns besonders groß. Das Zusammentreffen von Vollmond und Erdnähe führt auch zu extremen Gezeiten – mit Springflut ist zu rechnen. Neumond wird am 23. um 9.21 Uhr erreicht. Mit 406 330 Kilometer Distanz steht der Mond am 20. in Erdferne. Die Tage werden im Februar um eineinhalb Stunden länger, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um gut neun Grad zu.
Zwischen dem 6. und 9. Februar tauchen die Meteore des Alpha-Aurigiden-Stromes auf. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt nahe dem hellen Stern Kapella im Fuhrmann. Der Aurigidenstrom beschert uns wenige, relativ langsame aber oft recht helle Sternschnuppen. Die beste Beobachtungszeit ist um Mitternacht.
Ansonsten beherrschen noch die Wintersternbilder eindeutig die abendliche Himmelsszene. Das prominenteste der Winterbilder, der Orion, ist im Südwesten zu sehen. Die beiden Hauptsterne des Himmelsjägers Orion, Beteigeuze und Rigel, strahlen unübersehbar. Beteigeuze, der eine Schulterstern, sendet ein rötliches Licht aus, während der Fußstern Rigel bläulich erscheint.
Zwischen den Sternen Beteigeuze und Rigel fallen drei Sterne auf, die eine gerade Linie bilden. Man spricht von den Gürtelsternen, da sie den Gürtel des Himmelsjägers andeuten. Dem Himmelsjäger Orion folgt der Große Hund, dessen Hauptstern Sirius in einem bläulichen Licht funkelt ähnlich wie Rigel im Orion. Die Farben der Sterne verraten deren Oberflächentemperatur. Unsere Sonne ist mit knapp 6 000 Grad ein gelber Stern. Rote Sterne sind kühler als unsere Sonne, weiße und blaue dagegen heißer.
Sirius gehört mit nur neun Lichtjahren Entfernung zu den Nachbarsternen der Sonne. Er ist der nächste Stern am Nachthimmel, den man leicht mit bloßen Augen von Mitteleuropa aus erkennen kann. Toliman im Sternbild des Zentauren ist mit etwas mehr als vier Lichtjahren Distanz der sonnennächste Stern. Allerdings ist Toliman von unseren Breiten aus nicht zu sehen.
Der abendliche Sternenhimmel wird dominiert vom Wintersechseck, das sich aus den hellen Sternen Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund und Prokyon im Kleinen Hund sowie Pollux in den Zwillingen zusammensetzt.
dpa





