Daniel Kirn hat sich in seiner Dissertation mit dem einfachen Soldaten im württembergischen Militär zwischen 1871 und 1914 befasst. Seine Ergebnisse sind nicht nur für die Regionalforschung wichtig. Breit gefächert sind die Themen, die der Autor behandelt: Vom Leben in der Garnison und dem Verhältnis zur Zivilbevölkerung wird berichtet, von Krankheiten, Verpflegung und Festen, von Selbstmorden und Straftaten.
Aktuell ist besonders das Kapitel, das sich Soldatenmisshandlungen widmet. Beleidigungen, Schlagen, Stoßen oder das Marschieren bei großer Hitze wurden von so manchem Unteroffizier als notwendige Disziplinarmaßnahme angesehen; immerhin verbesserten sich die Beschwerdemöglichkeiten für die Soldaten mit der Zeit. Die Presse kritisierte, dass das Militär die Vorfälle zu vertuschen suche – wie heute.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




