Um die Gespräche einordnen zu können, erläutern die Autoren zunächst die „Referenzrahmen“ Nationalsozialismus und Krieg. Dann folgt die Analyse der Gespräche, die die „Welt der Soldaten“, ihre Anschauungen und Gefühle rekonstruiert. Brisante These des Buchs: Soldaten werden nicht erst durch den Krieg brutalisiert, viele erweisen sich schon zu Beginn als extrem gewalttätig.
Auffallend ist, dass die Begriffe „Tod“ und „Töten“ in den Erzählungen der Soldaten kaum vorkommen. Das mag überraschen, hält man doch das Töten für eine der Hauptaufgaben der Soldaten im Krieg. Doch vom Selbstverständlichen spricht man nicht. Stattdessen gerinnen besondere Erlebnisse zu Abenteuergeschichten, in denen der eigene Mut oder glückliche Umstände im Vordergrund stehen. So nah wie durch dieses Buch ist man wohl noch nie der Mentalität von Soldaten im Zweiten Weltkrieg gekommen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




