Das Eis in der Arktis schwindet immer mehr. Im September dieses Jahres registrierten Wissenschaftler um Georg Heygster und Justus Notholt vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen die bislang geringste Ausdehnung des arktischen Meereises. Mit 4,24 Millionen Quadratkilometern unterschritt seine Fläche am 8. September die bisherige Negativ-Rekordmarke vom September 2007 – damals war mit 4,27 Millionen Quadratkilometern die geringste Eisausdehnung gemessen worden.
Seit 1972, als die Forscher mit der regelmäßigen Beobachtung und Vermessung des Eises rund um den Nordpol mithilfe von Satelliten begonnen haben, ist die sommerliche Eisfläche um etwa die Hälfte geschrumpft. Vermutlich gab es seit mindestens etwa 8000 Jahren in den Sommermonaten nie so wenig Eis in der Arktis wie jetzt. „Für Kleinlebewesen, die an der Unterseite des Eises leben und gleichzeitig Ausgangspunkt der Nahrungskette auch für uns Menschen sind, bleibt immer weniger Lebensraum”, beschreibt Georg Heygster die Folgen. Der Umweltphysiker sieht den Eisverlust als klaren Beleg für die Auswirkungen des menschengemachten globalen Klimawandels.
Während der Wintermonate bildet sich in der Arktis zwar stets wieder neues Eis, doch dessen Dicke hat in den letzten Jahren ebenfalls deutlich abgenommen. Auch das trägt zu einem drastischen Schwund der Eismasse auf dem arktischen Ozean bei. Die aus Satellitendaten erstellten Eiskarten der Bremer Forscher zeigen, dass 2011 sowohl die Nordwest- als die Nordostpassage komplett eisfrei und für Schiffe befahrbar waren. 2008 war das zum ersten Mal der Fall gewesen.





