Tatsächlich wirken Fotos von der Oberfläche des Planeten gar nicht so unirdisch. Es ist dort zwar sehr staubig, und das typische rötliche Marsgestein, das seine Farbe durch Eiseneinbindungen bekommen hat, haben wir bei uns nicht. Aber Berge, Krater, Dünen und Steine sehen auf dem Mars nicht viel anders aus als auf der Erde.
Damit hören die Ähnlichkeiten dann aber auch auf. Zunächst einmal ist der Mars im Mittel 100 Millionen Kilometer weiter von der Sonne entfernt als die Erde, erhält deshalb weniger Sonnenlicht und ist entsprechend kälter. Die Durchschnittstemperatur liegt bloß bei minus 60 Grad Celsius. Mars hat zudem schon vor Milliarden von Jahren sein Magnetfeld verloren. Und es braucht ein Magnetfeld, um die geladenen Teilchen des Sonnenwinds davon abzuhalten, die Atmosphäre eines Planeten davonzutragen. Weil der Mars kein Magnetfeld mehr hat, kann er sehr wenig Atmosphäre an sich binden. Dazu kommt, dass der Mars etwas kleiner ist als die Erde – seine Schwerkraft beträgt nur etwa ein Zehntel der Erdschwerkraft. Auch das macht es Gasen auf dem Mars leichter, in den Weltraum zu entweichen.
Aus diesen Gründen beträgt der Atmosphärendruck auf dem Mars nur ein paar Millibar, also ein paar Tausendstel des Atmosphärendrucks der Erde. Die Marsatmosphäre wird also durch den Sonnenwind weggefegt, aber aus Gestein tritt ständig eine kleine Mengen an Gasen aus, sodass eine geringe Restatmosphäre verbleibt. Sie besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid (95 Prozent), Stickstoff (2,8 Prozent), und Argon (2 Prozent) – wir können sie also nicht atmen. Da die Atmosphäre so dünn ist, gibt es auf dem Mars trotz der großen Mengen an Kohlendioxid auch keinen nennenswerten Treibhauseffekt.
Ohne Magnetfeld keine Atmosphäre
Das klingt alles nicht sehr angenehm. Aber Physiker haben einen Plan, wie wir den Mars erdähnlich machen können. Für dieses „Terraforming“ brauchen wir erstmal ein Magnetfeld, denn sonst wird das mit der Atmosphäre nichts. Zwei US-amerikanische Physiker veröffentlichten dazu erst im April dieses Jahres einen Fachartikel, in dem sie vorschlugen, einen superleitenden Draht um den Planeten zu wickeln. Dazu bräuchten wir etwa eine Million Tonnen geeignetes Material – was etwa dem 100-fachen Gewicht des Eiffelturms entspricht. Woher man so viel superleitenden Draht bekommen soll und wie man ihn kühl genug für die Superleitung hält, das erklären die Physiker nicht. Nun gut. Aber wenn wir denn mal ein Magnetfeld auf dem Mars hätten, könnten wir darangehen, das verbleibende Kohlendioxid aus dem Gestein entweichen zu lassen. Dazu legte bereits im Jahr 2018 eine Gruppe US-amerikanischer Forscher eine Abschätzung vor. Sie kam zu dem Schluss, dass selbst unter den optimistischsten Annahmen das verbleibende Kohlendioxid auf dem Mars lediglich 20 Prozent des Erddrucks erreichen würde. Es ist einfach schon zu viel Gas unwiderruflich in den Weltraum entwichen. Und es bleibt die Frage, wie wir das Gas denn aus dem Gestein herausbekommen könnten.





