Die Pumpeinheit
Ähnlich wie ein natürliches Herz hat das ReinHeart zwei Kammern und vier mechanische Herzklappen. Das Kunstherz (1) wird auf der Einlass-Seite über Kunststoffmanschetten mit den beiden verbliebenen Vorhöfen des natürlichen Herzens und auf der Auslass-Seite mit der Lungenarterie sowie der Hauptschlagader verbunden. Die rechte Kammer pumpt sauerstoffarmes Blut aus dem Körper über die Lungenarterie in die Lunge. Dort wird das Blut mit Sauerstoff angereichert und fließt zurück in die linke Kammer, die es über die Hauptschlagader in den Körper zurückpumpt. Die Herzklappen aus Graphit mit einer pyrolytischen Kohlenstoffbeschichtung sorgen dafür, dass das Blut nur in diese eine Richtung strömen kann.
Zwischen den beiden Kammern sitzt der elektromagnetische Antrieb für die künstliche Pumpe (siehe Grafik linke Seite). Er ist durch zwei flexible Membranen aus Polyurethan von den Kammern abgeschirmt. Der Antrieb bewegt zwei Druckplatten, die abwechselnd mal die rechte und mal die linke Membran eindrücken. Die jeweils komprimierte Kammer befördert das Blut in den Lungen- oder Körperkreislauf.
Der elektromagnetische Linearantrieb
Eine bewegliche Stromspule lagert verschleißfrei in einem Magnetfeld. Sobald Strom durch ihre Drähte fließt, übt das Magnetfeld eine sogenannte Lorentz-Kraft auf die Spule aus, sodass sie sich entlang einer Achse hin- und herbewegt. Die Spule ist über eine Führungsstange fest mit den beiden Druckplatten verbunden (siehe Grafik linke Seite), die mit jeder Spulenbewegung abwechselnd die Membran der linken oder rechten Pumpkammer eindrücken. Die externe Steuereinheit (4) kontrolliert die Geschwindigkeit, mit der sich die Spule bewegt, und damit die Pumprate des künstlichen Herzens.
Die Stromversorgung
Strom beziehen Kunstherz (1) und interne Steuereinheit (2) kabellos über die Haut. Das Prinzip der elektromagnetischen Induktion ist genauso wie bei der elektrischen Zahnbürste. Ein im Brustkorb implantierter Akku (ebenfalls 2) ist mit einer Induktionsspule verbunden, die unter der Haut liegt. Darüber ist eine externe Induktionsspule (3) platziert, die über die Steuereinheit (4) mit zwei am Gürtel getragenen Akkus (5) verbunden ist.





