Grippe und grippaler Infekt sind nicht das Gleiche
Mutierte Viren bleiben oft unerkannt, da sich ihr Erbgut ständig wandelt. Unser Abwehrsystem steht vor dem Problem, dass sie ihre Oberfläche, an der es die Viren erkennt, stets verändern. Dadurch werden die zuvor gebildeten Antikörper überlistet, denn sie können nicht mehr an der neuen Fläche andocken, um die Viren zu bekämpfen. Dies begründet die regelmäßige Neuentwicklung von Impfstoffen gegen die Grippewelle, die uns jährlich erfasst. Bei einer Impfung werden abgeschwächte Viren injiziert. So kann der Körper Abwehrkräfte entwickeln und bei Bedarf sofort reagieren. Damit kommt das Immunsystem einem Ausbruch einer ihm bisher unbekannten Krankheit zuvor.
Riesige Virenwelt
Der Ursprung von über zwei Dritteln aller menschlichen Virenerkrankungen findet sich bei Tieren. Es gibt insgesamt circa 320.000 Virenarten, die Säugetiere weltweit beherbergen. Die Zahl stammt aus einer Studie von Daszak in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam. Der Umweltmediziner von der gemeinnützigen Organisation Ecohealth Alliance sagt: „Angesichts der verfügbaren Technologien könnten wir innerhalb weniger Jahrzehnte jeden Virus davon kennen.“ Zur Bekämpfung von Pandemien in der Zukunft sei die Erforschung von Viren von großer Wichtigkeit. Tatsache ist: Noch ist die Wissenschaft weit von einem guten Einblick in deren Welt entfernt.
Aufbau von Viren
Viren bestehen aus einer Eiweißhülle, deren Inhalt Erbinformationen sind. Letztere können aus
bestehen und sind entweder ein- oder doppelstrangig. Während größere Viren mehrere hundert Gene besitzen, sind es bei kleineren nur vier. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel. Mediziner sind sich uneinig, ob Viren zu den Lebewesen gehören. Die fachliche Definition lautet: „Lebewesen können ohne fremde Hilfe überleben und fruchtbare Nachkommen zeugen.“ Ohne den Befall von Zellen können sich Viren jedoch nicht vermehren. Der Virologe Stephan Pleschka vom Institut für Medizinische Virologie der Uni Gießen begründet ihre hohe Angriffslust darauf, dass sie auf die Lebensenergie anderer angewiesen sind.





