Emil Mottola vom Los-Alamos-Labor in und Pawel Mazur von der Universität South Carolina weisen jedoch darauf hin, dass bei der Theorie der Schwarzen Löcher einige physikalische Grundsätze einfach unter den Teppich gekehrt wurden. So seien in den frühen Theorien quantenmechanische Phänomene gar nicht berücksichtigt worden. Letztlich ungeklärt sei auch die Frage, woher die Entropie ? das physikalische Maß für die Unordnung – eines Schwarzen Lochs stammt, die beim Zusammenfallen eines Sternensystems um viele Größenordnungen anwächst.
Nach ihrem Modell der “Gravastars” sind die vermeintlichen Schwarzen Löcher in Wirklichkeit Blasen mit Hüllen aus extrem verdichteter Materie. Mit Temperaturen nahe des absoluten Nullpunkts sind diese Blasen extrem kalt ? so kalt, dass sie keine Strahlung abgeben und daher schwarz erscheinen. Sie bestehen aus einem so genannten Bose-Einstein-Kondensat (BEC), bei dem sich alle Atome im selben quantenmechanischen Zustand befinden.
Die Oberfläche dieser Blasen entspreche genau dem Ereignishorizont des Schwarzen Lochs. Im Innern der Blase verändert sich die Raumzeit extrem, haben Mazur und Mottola ausgerechnet: Materie, die nach innen fällt, kehrt daher um und wird wieder zurück an die Schalenwand gezogen werden. Von außen kommende Materie hingegen “regnet” auf die Oberfläche herab.
Noch haben die beiden Physiker nicht alle Fragen zur Natur ihrer “Gravastars” geklärt. Die Daten aus bisherigen Messungen angeblicher Schwarzer Löcher deckten sich jedoch durchaus mit ihrer Theorie, so die beiden Wissenschaftler.




