Am frühen Abend des 1. März 1953 erlitt der sowjetische Diktator Josef Stalin einen schweren Schlaganfall. Die Leibwächter bemerkten seine Hilflosigkeit erst Stunden später, da sie nicht wagten, ungerufen in das Zimmer des gefürchteten Alleinherrschers einzutreten. Sie verständigten sofort die engsten Gefolgsleute des Todkranken. Unter diesen war niemand, der eine zügige ärztliche Versorgung organisierte. Bis heute ist ungeklärt, ob Stalins Untergebene seinen Tod beschleunigen wollten oder ob sie nur die Wut des Paranoikers fürchteten und daher untätig blieben. Am 5. März starb Stalin.
Unstrittig ist, dass die Spitzenkader im ZK-Präsidium, wie das oberste Führungsgremium der Partei seit Oktober 1952 genannt wurde, sich sowohl für sich selbst als auch für die Sowjetunion vom Tod Stalins mehr versprachen, als wenn dieser überlebt hätte. So zögerten sie nicht, sofort die Macht zu ergreifen. Noch während der einst übermächtige Stalin mit dem Tod rang, verteilten die Mitglieder von Regierung und ZK-Präsidium die Führungsposten untereinander. „Alle verstehen, dass das Land nicht eine Stunde ohne Führung ertragen kann“, so argumentierte der ehrgeizige Georgi Malenkow am 5. März gegen jegliches Unbehagen über die pietätlose Eile, die er und andere an den Tag legten. Das ZK-Mitglied Konstantin Simonow registrierte derweil bei den anwesenden Spitzenpolitikern „ein unterdrücktes Gefühl der Erleichterung, das sie zu verbergen suchten“. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 09/2013.
Dr. Andreas Hilger




