Sie sind als Jugendbotschafter des WWF nach Indien gereist. Was haben Sie erreicht?
Wir haben eine neue Plattform für Jugendliche geschaffen, die sich für Artenschutz einsetzten wird. Vor Ort ging es uns vor allem ums Vernetzen. Es waren viele indische Jugendliche da, aber auch aus Kanada, den USA, Indonesien, eine aus Brasilien. Bei den täglichen Treffen waren immer so zwischen 30 und 40 Jugendliche anwesend. Ein Erfolg ist, dass wir einen Verhandlungstext eingebracht haben. Ich denke, wir haben klar gemacht, dass Jugendliche auf allen Ebenen mehr gehört werden wollen. Und dass es künftig Veranstaltungen geben soll, die die Jugendpartizipation stärken. Super war, dass wir Braulio Dias getroffen haben, der den Gipfel für die Vereinten Nationen geleitet hat. Er hat uns sehr aufmerksam zugehört.
Wie wird man Jugendbotschafter?
Der NABU hatte beim Bundesamt für Naturschutz einen Antrag für eine solche Reise eingereicht. Man musste sich dann bewerben. Wir waren am Ende sieben Jugendliche aus Deutschland, vom NABU, WWF, BUND und anderen Organisationen.
Ihr habt in Indien zwei Preise vergeben: einen Dodo- für das destruktivste und einen Busy-Bee-Award für das konstruktivste Land. Wer hat die Auszeichnungen erhalten und warum?
Der Negativpreis ging an Brasilien und Großbritannien, weil sie die Verhandlungen blockiert haben. Natürlich wollten die Länder den Preis nicht entgegennehmen. Aber erfahren haben es trotzdem viele Delegierte auf dem Kongress. Es gab ja tägliche Rundschreiben. Der Busy-Bee-Award ging an die afrikanischen Staaten, weil sie gut vorbereitet waren und Kompromissbereitschaft zeigten. Insbesondere Gabun war sehr offen gegenüber uns Jugendlichen. Die Vertreter Gabuns haben sich über den Preis auch gefreut.
Ihr durftet bei einer Verhandlungsrunde ein offizielles Statement abgeben. Wofür habt ihr plädiert?
Es ging uns um die Stärkung der Jugendpartizipation. Wir haben auch die Bürokratensprache bemängelt, die sehr unverständlich ist. Inhaltliches haben wir nicht gefordert, sondern Mitsprache. Unsere Statements und die Frische, die wir mit reingebracht haben, wurden gelobt.
Aus der ganzen Welt sind Jugendliche und junge Erwachsene eingeflogen worden. Ist das nicht eine riesige Umweltverschmutzung?





