Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Gesundheit & Medizin/Artikel
Serotonin könnte Tinnitus verschlimmern
Gesundheit & Medizin

Serotonin könnte Tinnitus verschlimmern

Wer unter Tinnitus leidet, hört dauernd lästige Ohrgeräusche. Bei vielen Betroffenen geht die Erkrankung mit Depressionen und Angstzuständen einher. Doch ausgerechnet Medikamente, die die psychischen Beschwerden lindern sollen, könnten zugleich den Tinnitus verstärken, zeigt eine Studie. Versuche an Mäusen legen…
Autor
Redaktion
21. April 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit & Medizin

Rund 14 Prozent der Menschen weltweit sind von Tinnitus betroffen. Sie hören ohne äußere Geräusche ein ständiges Pfeifen, Klingeln, Rauschen oder Summen in den Ohren, was ihre Lebensqualität stark einschränken kann. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Depressionen und Angstzuständen. Eine etablierte Behandlung für diese psychischen Erkrankungen sind sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Sie sorgen dafür, dass das „Glückshormon“ Serotonin länger im Gehirn verfügbar bleibt.

Bereits früher gab es Hinweise darauf, dass diese Medikamente auch die Ohrgeräusche beeinflussen können. In klinischen Studien wurde sogar getestet, ob sie womöglich als Therapie gegen Tinnitus geeignet sind. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus: „Einige Patienten berichteten sogar, dass sich ihr Tinnitus verschlimmerte“, erklärt ein Team um Meng-Ting Yu von der Anhui Universität in China. Auch bei Personen, die zuvor nicht unter Tinnitus litten, traten bei einer Behandlung mit SSRI teilweise Ohrgeräusche auf.

Schaltkreise aus dem Gleichgewicht

Um den zugrundeliegenden Mechanismen auf den Grund zu gehen, haben Yu und ihr Team die Vorgänge im Gehirn nun anhand von Mäusen untersucht, bei denen sie künstlich einen Tinnitus auslösten. Dabei stellten sie fest, dass das Serotonin-System im Gehirn der Tinnitus-Mäuse tatsächlich gestört ist. Wichtige auditorische Hirnregionen waren hyperaktiv und wiesen ähnliche Signalmuster auf wie bei Menschen, die unter Tinnitus leiden. Mit Hilfe optogenetischer Methoden stimulierten die Forschenden gezielt Serotonin produzierende Nervenzellen in diesen Regionen und analysierten die Veränderungen im Gehirn und im Verhalten der Mäuse.

„Wenn man die serotonergen Neuronen stimuliert, verstärkt das die Hyperaktivität im auditorischen Bereich des Gehirns“, berichtet Co-Autor Laurence Trussel von der Oregon Health and Science University in Portland. „Das Verhalten der Tiere deutete darauf hin, dass sie tatsächlich Ohrgeräusche hörten.“ So waren die Mäuse in einem Test zwar in der Lage, externe Geräusche zu hören, nahmen Stille aber nicht mehr als solche wahr. „Mit anderen Worten: Es werden Symptome hervorgerufen, die wir bei Menschen als Tinnitus deuten würden.“ Hemmten die Forschenden dagegen die Serotonin-Signalwege in den auditorischen Hirnregionen der Mäuse, verringerten sich die Anzeichen für Tinnitus im Gehirn und im Verhalten der Tiere.

Zielgerichtete Therapien

„Diese Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, dass medizinische Fachleute Berichte von Betroffenen über medikamentenbedingte Verschlimmerungen des Tinnitus erkennen und ernst nehmen“, sagt Trussel. „Menschen mit Tinnitus sollten gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt eine Medikamententherapie finden, die ihnen ein Gleichgewicht zwischen der Linderung psychiatrischer Symptome wie Depressionen und Angstzuständen und der Minimierung der Tinnitus-Beschwerden bietet.“

Die neuen Erkenntnisse zu den beteiligten Hirnschaltkreisen könnte aus Sicht der Forschenden auch dabei helfen, neue Behandlungsoptionen zu finden. „Es könnte möglich sein, zell- oder hirnregionsspezifische Medikamente zu entwickeln, die den Serotoninspiegel in bestimmten Hirnregionen erhöhen, in anderen jedoch nicht“, sagt Trussel. „Auf diese Weise könnte es gelingen, die positiven und wichtigen Wirkungen des Antidepressivums von den potenziell schädlichen Auswirkungen auf das Gehör zu trennen.“

Quelle: Meng-Ting Yu (Anhui University, Hefei, China) et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, doi: 10.1073/pnas.2509692123

Mehr aus Gesundheit & Medizin

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit & Medizin.

Alle Gesundheit & Medizin-Artikel
Mückenabwehrmittel DEET kann zum Lockstoff werden
Gesundheit & Medizin

Mückenabwehrmittel DEET kann zum Lockstoff werden

15. Juni 2026

DEET ist eines der wirksamsten verfügbaren Abwehrmittel gegen blutsaugende Insekten und soll Mücken, Zecken und Fliegen fernhalten. Doch…

Wie uns die Gene unserer Eltern prägen
Gesundheit & Medizin

Wie uns die Gene unserer Eltern prägen

11. Juni 2026

Die Gene unserer Eltern haben einen wichtigen Einfluss auf unser Leben – sogar diejenigen, wir nicht von ihnen geerbt haben: Durch ihre…

Forscher verändern Gene menschlicher Embryos
Gesundheit & Medizin

Forscher verändern Gene menschlicher Embryos

10. Juni 2026

Chance und Risiko zugleich: Eine neue Methode der Gen-Editierung könnte helfen, krankmachende Mutationen und Erbkrankheiten schon beim…

Wie Neandertaler-Gene unsere Reaktion auf DNA-Viren prägen
Gesundheit & Medizin

Wie Neandertaler-Gene unsere Reaktion auf DNA-Viren prägen

9. Juni 2026

Rund zwei Prozent des Erbguts heutiger Europäer stammen von Neandertalern. Die archaischen Genvarianten beeinflussen unter anderem unser…

← Zurück zu Gesundheit & MedizinZur Startseite