Doch Uerpmann geht davon aus, dass die Benutzer seiner gefundenen Werkzeuge gar nicht über Israel, also aus dem Nordwesten, an seine Fundstelle an der Südküste des Persischen Golfs gelangt waren. Dafür sind die Werkzeuge denen, die man in der Nähe des Mittelmeers fand, zu unähnlich. Nein, diese Urmenschen waren wohl eher eine eigenständige Gruppe und von Süden her gekommen, über das Rote Meer. Vor gut 125.000 Jahren stand der Meeresspiegel fast hundert Meter unter dem heutigen Niveau. Die Meerenge von Bab al Mandab, die “Zufahrt” zum Roten Meer vom Indischen Ozean aus gesehen, war damals wohl nicht viel mehr als einen Kilometer breit – für die damaligen Menschen auf Wanderschaft kein allzu großes Hindernis.
Auf der arabischen Halbinsel müssen sie damals günstige Bedingungen vorgefunden haben. Die heutige Wüstenei des Jemens auf der anderen Meeresseite war damals durch regelmäßige Monsunregen eine Savanne mit vielen jagdbaren Wildtieren – so wie die Urmenschen es aus ihrer Heimat in Ostafrika kannten, von wo sie aber vermutlich ein Klimawechsel vertrieben hatte. Der Persische Golf weiter nördlich existierte damals noch gar nicht: Euphrat und Tigris – bzw. ihr Urstrom – strömten noch bis in den heutigen Golf von Oman, und ihre Täler waren das reinste Paradies mit jede Menge Nahrung auf vier Beinen und Süßwasserquellen.





