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RezensionRezensionen

Selbst-Spiegelung

Autor: Petra Wiemann

Der Narzissmus ist in aller Munde. Ein Modethema voller Missverständnisse. Doch gerade das zeigt, dass die narzisstische Problematik uns alle betrifft, so Thomas Arnold und Thomas Fuchs in ihrem Buch „Das unersättliche Selbst“. Sie betracht…

Selbst-Spiegelung
Der Narzissmus ist in aller Munde. Ein Modethema voller Missverständnisse. Doch gerade das zeigt, dass die narzisstische Problematik uns alle betrifft, so Thomas Arnold und Thomas Fuchs in ihrem Buch „Das unersättliche Selbst“. Sie betrachten die Problemstellung der – verkürzt gesagt – überzogenen Selbstliebe und mangelnden Empathie interdisziplinär.
Autor
Petra Wiemann
22. August 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Rezensionen

Ihr Zugang in zehn Kapiteln zwischen Philosophie und Naturwissenschaft, Forschung und Geschichte ist ein phänomenologisch-existenzieller, der ein gestörtes leiblich-affektives Selbstverhältnis in den Mittelpunkt rückt. Spannende Beispiele sind Joan Crawford als „Die Frau mit der Narbe“, die ihre innere Leere in „unendlicher Spiegelung“ kompensiert, Ego-Shooter-Liebe und Caravaggios Werk „Narcissus“.

Auch Geschlechtsperspektiven spielen eine Rolle: So sind nicht nur mehr Männer von narzisstischen Störungen betroffen als Frauen. Bei ihnen zeichnen sich auch andere Muster ab. Und beim Verhältnis von Zeit und Person wird unter anderem betrachtet, warum Personen weniger in der Gegenwart leben als in einer vermeintlich glänzenden Zukunft. Hinweise auf Therapiemöglichkeiten runden das Buch ab.

Brauchen wir wirklich noch ein Buch zum Thema? Nach der erhellenden und schneidigen Lektüre des „Selbst- und Weltverhältnisses von Narzissten in seinen Grundstrukturen“ kann dies nur bejaht werden. Alexander Schramm

Thomas Arnold, Thomas Fuchs
Das unersättliche Selbst
Suhrkamp Verlag, 200 S., € 28,–
ISBN 978–3–518–58847–5

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