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Elemente des Chaos

Wasser ist nicht mehr selbstverständlich. Nicht einmal in Deutschland, wie der Sommer 2026 zeigt. Kommunen rufen zum Sparen auf, Landwirten wird Wasser für ihre Felder verwehrt. Der Klimawandel mit seinem Wetter in Extremform ist hierzulande längst erfahrbar. Und auch seine Auswirkungen auf das Gemeinwesen.

Elemente des Chaos
Wasser ist nicht mehr selbstverständlich. Nicht einmal in Deutschland, wie der Sommer 2026 zeigt. Kommunen rufen zum Sparen auf, Landwirten wird Wasser für ihre Felder verwehrt. Der Klimawandel mit seinem Wetter in Extremform ist hierzulande längst erfahrbar. Und auch seine Auswirkungen auf das Gemeinwesen.
Autor
Redaktion
22. September 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Rezensionen

Denn selbst bei uns führen Wasserrechte zu Streit. Anderswo in der Welt sogar zu Gewalt. Arthur Snell zeigt, wie wenig Klimawandel es braucht, damit Gesellschaften von prosperierend ins Chaos verfallen. Angelehnt ist sein Buch über die politischen Folgen des Klimawandels an die vier Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser. Sie sind die Leitmotive, wenn Snell Probleme und Entwicklungen in den Weltregionen seziert. „Alles auf den Klimawandel zurückzuführen, wäre eine Vereinfachung“, schreibt er, aber wahr sei, dass der Klimawandel alles verändere.

Im Teil „Erde“ beispielsweise legt der Autor den Fokus auf die drohende Ernährungskrise und wie sie bereits den Sahel destabilisiert hat, siehe die Konflikte in Mali, Nigeria und dem Sudan, die oft ethnisch oder religiös erscheinen. So bezeichnet Snell den Bürgerkrieg im Sudan als ersten Klimawandelkrieg; Interessen von Subsistenzbauern prallen mit denen von Hirten zusammen, weil das fruchtbare Land in der Hitze steigender Temperaturen schrumpft. Hunderttausende Opfer sind die Folge.

Arthur Snell ist kein Naturwissenschaftler. Er sieht die Welt nicht durch die nüchterne Brille des Klimatologen. Er ist auch kein Aktivist, der hofft, die Menschen mit Schwarzmalerei auf den Weg zu bringen. Nein, Snell war Diplomat, und das auch in Krisenregionen wie in Nigeria oder Afghanistan. Er hat die Folgen gesehen, wenn knappe Ressourcen nicht nur zu Spannungen, sondern zu Blutvergießen führten.

Was er detailreich und leicht lesbar beschreibt, ist ein Vorgeschmack auf das, was passiert, wenn der Klimawandel Gesellschaften ihrer Optionen beraubt. Dabei ist es immer wieder überraschend, wie internationale Politik mit dem Klima verknüpft ist, etwa bei der Frage, ob die Arktis eisfrei und damit schiffbar ist. Und inwieweit man sich deswegen die Polregionen militärisch sichern müsste. Politische Entwicklungen sind eben nicht nur an den Irrsinn oder das Machtstreben eines Mannes oder einer Partei geknüpft, sondern auch an den Naturraum, der erst Bedingungen schafft. Klimageschichte ist Menschheitsgeschichte.  Peter Laufmann

Arthur Snell
Erde, Luft, Feuer, Wasser
Goldmann Verlag, 384 S., € 24,–
ISBN 978–3–442–30216–1

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