Wir lernen viel über Mensch und Schlaf in Philosophie und Psychotherapie. Fehlen dürfen da weder Platon noch Freud, aber auch Queen Elizabeth I. oder Ludwig XIV. liefern interessante Erkenntnisse. Dass die Schlaftrunkenheit eines Feldarbeiters gewaltsam enden kann und eingeschränkter Schlaf ohnehin eher verklärt als Wahres erklärt, wird ganz und gar nicht schluffig erläutert. Ein Wecker der Firma Junghans namens „Terror“, verknüpft mit der Beschäftigung von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg, bewegt die Leserinnen ebenso wie der Sinn von Traumtagebüchern und Schlaferfahrungen nach dem 7. Oktober 2023. Die Entdeckung der Posttraumatischen Belastungsstörung und der Unterschied zwischen hypnopompen und hypnagogischen Halluzinationen im Halbschlaf faszinieren.
Diese „kurze Geschichte des Aufwachens“ bereitet Freude und vermittelt wahrlich Wissenswertes. Christoph Ribbat kreiert darin eine schon beinahe fintenreiche Mischung von Fakten und manchem Gerücht, doch alles belegt er mit Quellen. Das passt, denn ob echt oder alles nur erfunden, wissen wir bei erzählten Träumen nie. Alexander Schramm
Christoph Ribbat
In den Tag
Insel Verlag, 166 S., € 20,–
ISBN 978–3–458–64584–9





