Das hat es noch nie gegeben: die Rettung eines Satelliten durch zweifache Mondumkreisung. Der Kommunikationssatellit Asiasat-3 hatte beim Start im Dezember 1997 seine geostationäre Bahn über dem Äquator verfehlt. Um ihn doch noch zu nutzen, hatte ihn der kalifornische Hersteller Hughes Communications am 14. Mai um den Mond gelenkt. Von dessen Gravitationsfeld zapfte Asiasat-3 Energie ab. Danach schwenkte er in eine weite Ellipse ein, deren erdfernster Punkt mit 488000 Kilometern weit hinter der Mondbahn lag.
Am 1. Juni nahm der Satellit nochmals Kurs auf den Mond, flog am 6. Juni um ihn herum und erreichte nach weiteren Korrekturen durch das bordeigene Triebwerk eine Woche später die geostationäre Bahn in 36000 Kilometer Höhe über der Erde. Das zweimalige Manöver am gleichen Himmelskörper war geglückt – erstmals in der Geschichte der Flyby-Technik.
Diese Methode hatte 1970 Premiere gefeiert, als das Raumschiff Apollo-13, das eine Explosion auf seinem Weg zum Mond aus der Bahn geschleudert hatte, durch eine gezielte Mondumrundung wieder zur Erde zurückkehren konnte.
Rüdiger Vaas





