Ihre Schwerkraft krümmt den Raum so stark, dass nicht einmal das Licht entkommen kann. Durch diese spektakuläre Eigenschaft gehören Schwarze Löcher zu den faszinierendsten Objekten der Astronomie. Die kosmischen “Finsterlinge” werden nach ihrer Masse drei Hauptkategorien zugeordnet: Die oberste bilden die supermassereichen Giganten von hunderttausenden bis zehn Milliarden Sonnenmassen, die im Zentrum von großen Galaxien sitzen. Bei der unteren Kategorie handelt es sich um die sogenannten stellaren Schwarzen Löcher, die durch die Supernova-Explosion massereicher Sterne entstanden sind. Dazwischen liegen die bisher rätselhaften intermediären Versionen mit Tausenden von Sonnenmassen, die vermutlich durch Kollisionen entstehen. Man vermutet, dass sie vor allem in Zwerggalaxien vorkommen könnten. Es gibt zwar Kandidaten – doch bisher lassen sich die intermediären schwarzen Löcher schwer nachweisen.
Masse im Spiegel von Todeslicht
Im Fall der supermassereichen Schwarzen Löcher beruht der Nachweis häufig auf dem Licht, das von Gasscheiben um die Gravitationsgiganten ausgesandt wird. Außerdem machen sie sich bemerkbar, wenn sie einen Stern verschlingen, der in ihren „Strudel“ geraten ist. Durch die enormen Gravitationskräfte kommt es dabei zu einem sogenannten „Tidal Disruption Event“ (TDE) bei dem der Stern zerrissen wird und stark aufleuchtet. Der Verlauf dieses Strahlungsausbruches kann dabei Rückschlüsse auf die Masse ermöglichen, ging bereits aus frühen Untersuchungen bei supermassereichen Schwarzen Löchern hervor. Dieses TDE-Verfahren hat ein internationales Wissenschaftlerteam nun im Fall eines leuchtenden Sterntods angewandt, der sich im Zentrum einer von uns etwa 850 Millionen Lichtjahre entfernten Zwerggalaxie ereignet hat.
Das Strahlungsfeuer wurde im Rahmen des Young Supernova Experiment (YSE) aufgezeichnet – einer Durchmusterung mittels verschiedener astronomischer Einrichtungen, die kosmische Explosionen und vorübergehende astrophysikalische Ereignisse aufspüren soll. Wie die Wissenschaftler berichten, umfassten die Daten die Strahlung, die freigesetzt wurde, als das Schwarze Loch begann, den Stern zu verschlingen sowie den weiteren Verlauf. Wie sie erklären, lieferte die Dauer des Ereignisses eine Grundlage für Berechnungen. “Vor allem, weil uns die YSE-Daten so viele frühe Informationen über das Ereignis lieferten, konnten wir schließlich Rückschlüsse auf die Masse des Schwarzen Lochs gewinnen”, sagt Erstautorin Charlotte Angus vom Niels-Bohr-Institut in Kopenhagen.





