Als dünner glibberiger Belag überzieht die koloniale Seescheide Diplosoma listerianum, die zu den “Manteltieren” gehört, Felsen im Atlantik und im Mittelmeer. Sämtliche Tiere der Kolonie sind genetisch miteinander identisch. Um sich zu vermehren, stoßen sie Spermien ins Wasser aus. Wie britische Meeresbiologen in Plymouth jetzt festgestellt haben, wird eine Selbstbefruchtung geschickt verhindert. Die Tiere einer Kolonie – von denen jedes sowohl Spermien als auch Eier produziert – akzeptieren nur Spermien fremder Kolonien.
Mit dem zur Atmung und Ernährung dienenden Wasserstrom saugen die Tiere zwar fremde wie eigene Spermien ein. Doch Experimente mit radioaktiv markierten Spermien haben gezeigt, daß die eigenen Spermien daran gehindert werden, den Eileiter hochzuwandern: Auf halbem Weg bleiben sie stecken und zersetzen sich. Fremde Spermien gelangen dagegen ans Ziel: Nach der Befruchtung entwikkeln sich im Körperinnern der Tiere die Embryonen zu frei schwimmenden Larven.





