In der Nähe der britischen Stadt Bristol haben Forscher von der University of Aberdeen Gestein entdeckt, das bei einem Meteoriteneinschlag aufgewirbelt wurde. Gordon Walkden und seine Kollegen berichten im Journal Science (Online-Ausgabe vom 14. November), dass die Tonkügelchen und geschockten Quarzkristalle wahrscheinlich vor 214 Millionen Jahren während des Erdzeitalters Trias entstanden.
Wie die Forscher schreiben, trafen ungefähr zu diesem Zeitpunkt zwei Meteoriten die Erde: In Nordwest-Kanada, damals wegen der Plattentektonik nur 2000 Kilometer von Südwest-England entfernt, schlug ein Irrläufer aus dem All einen immerhin hundert Kilometer großen Krater in den Erdboden, den Manicouagan-Krater. In Zentralfrankreich ging ebenfalls ein Meteorit nieder, der den 25 Kilometer großen Krater Rochechouart erschuf.
Nach der Analyse von Walkden und Kollegen kommt eher der Manicouagan-Krater als Herkunftsort für die Trümmer in Frage. Die Schicht, die die Forscher entdeckten, ist im Schnitt 2,5 Zentimeter dick. Sie enthält zum einen Quarzkristalle, die durch den Druck des Aufpralls zerbrochen sind. Zum anderen sind dort kleine Kügelchen aus Tonmineralien zu finden. Sie entstanden aus Gestein, das beim Einschlag schmolz, aufgewirbelt wurde und im Flug eine aerodynamische Form annahm. Durch rasche Abühlung bildeten sich zunächst Glaskügelchen, die sich aber beim Kontakt mit Wasser allmählich in grüne Tonkugeln umgewandelt haben müssen.
In der Trias erholten sich die Lebewesen der Erde gerade vom schlimmsten Massensterben der Erdgeschichte, das vor 250 Millionen Jahren das Erdzeitalter Perm beendete. Die Vorfahren von Dinosauriern und Säugetieren breiteten sich allmählich aus. Auch am Ende der Trias, vor 201 Millionen Jahren, gab es ein größeres Massensterben. Zu dem Zeitpunkt, als das aufgeschleuderte Material in Südwest-England niederregnete, passt allerdings keine Öko-Katastrophe, schreiben die Forscher.
Ute Kehse





