Verträgt die Natur die Touristen, Herr Prof. Schenck?
Ein Problem ist, dass es da eine Eigendynamik gibt: Früher war der Tourismus auf den Galapagos umweltverträglich. Dann gab es Zuwachsraten von 20 Prozent, Investitionen wurden lukrativ. Man baute Hotels, wo man es nicht tun sollte. Außerdem schleppten die Touristen fremde Arten ein.
Sollte man also Menschen aus den Schutzgebieten möglichst fernhalten?
Nein, Reisen ist wichtig, weil Menschen eher schützen, was sie kennen. Nötig sind allerdings hohe Ökostandards, No-Go-Areas in allen Regionen und begrenzte Besucherzahlen, auch im Interesse der Touristen: Wer mit 25 Landrovern um einen Geparden herumsteht, hat kein Wildnisgefühl mehr.
Welche Rolle spielen die einheimischen Bewohner?
Eine entscheidende! Auch Einheimische müssen vom Tourismus profitieren und erkennen, dass das Naturschutzgebiet einen Wert für sie hat. Allzu oft läuft es so, dass ein Investor eine Lodge baut, einen westlichen Manager anheuert und Hotelangestellte aus der Großstadt holt. Besser wäre es, vor Ort auszubilden, denn jeder ortsansässige Angestellte mehr ist ein Wilderer weniger.
Bringt der Naturtourismus viel Umsatz?
Wenn man ausrechnet, wie viel Geld ein Galapagos-Reisender insgesamt ausgibt, und das mit der Zahl der Besucher multipliziert, kommt man auf Millionenbeträge.
Ist ökologisch verträglicher Tourismus nur etwas für Reiche?
Vor allem in Ostafrika versucht man es mit hohen Eintrittsgeldern. Unser Ansatz wäre, der Mehrheit hohe Preise abzuverlangen, aber eine Tür offen zu lassen für Menschen, die wenig Mittel, dafür ein spezielles Interesse haben, Biologiestudenten etwa.





