Ein Laser, der durch die Leistenarterie bis ins Herz geschoben wird, kann einigen infarktgefährdeten Patienten künftig eine riskante Operation ersparen.
Wenn das Herz wegen verengter Blutgefäße nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, eine Bypassoperation oder die Ausweitung der verstopften Adern mit dem Ballonkatheter aber nicht möglich ist, hat sich als Alternative bewährt, mit einem Laser kleine Löcher direkt in die Herzwand zu schießen. Rund um die Einschußkanäle bilden sich binnen einiger Wochen neue Blutgefäße, die die Versorgung des Herzens verbessern.
Für diese Operation mußte bisher der Brustkorb geöffnet und das Herz freigelegt werden. Dabei starb durchschnittlich jeder zehnte der ohnehin stark geschwächten Patienten. Prof. Nikolaus Reifart hat nun mit einem amerikanischen Kollegen am Herzzentrum in Frankfurt am Main eine andere Methode mit Erfolg versucht. Reifart schob bei zwei Patienten den Laser von der Leiste aus ins Herz vor und perforierte die unterversorgten Teile des Muskels von innen mit zahlreichen millimetergroßen Kanälen.
Acht Wochen nach dem Pionierversuch hatten sich bei einem der beiden Patienten so zahlreich neue Blutgefäße gebildet, daß sein Herz nun genug Sauerstoff bekommt. Bei dem anderen besserte sich der Zustand so weit, daß bei ihm nun eine vorher als zu riskant angesehene Bypassoperation möglich wurde.
Helmut L. Karcher





