Einen großen Erfolg bei der Behandlung schwerer Depressionen haben Forscher der Universität Bonn vorzuweisen. Ein Team um Volker A. Coenen, der inzwischen an der Universität Freiburg arbeitet, und Thomas E. Schläpfer implantierte sieben Patienten Elektroden ins Mediale Vorderhirnbündel, einen Teil des Belohnungssystems. Die Elektroden wurden mit einem Hirnschrittmacher verbunden, der durch einen schwachen Strom die Nervenzellen stimulierte.
Diese sogenannte tiefe Hirnstimulation zeigte bereits nach wenigen Tagen eine erstaunliche Wirkung: Bei sechs Probanden besserten sich die Symptome wie Ängstlichkeit, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit erheblich. „Ein solch sensationeller Erfolg”, sagt Schläpfer, „sowohl in Bezug auf die Wirkungsstärke als auch auf die Geschwindigkeit des Ansprechens wurde bislang mit keiner anderen Methode erzielt.”
Bekannt ist, dass eine tiefe Hirn- stimulation bei schweren Depressionen Linderung verschaffen kann. Bisher hatte man sich dabei aber auf den Nucleus Accumbens konzentriert, der ebenfalls zum Belohnungssystem gehört. Nach der Stimulierung der dortigen Nervenzellen stellte sich jedoch nur bei der Hälfte der Patienten eine Besserung ein – und das auch erst nach Wochen.





