Diagnosen von Lymphomen oder Metastasen an Hals und Kopf sind bisher meist mit einem operativen Eingriff verbunden. Dabei wird der Lymphknoten komplett entfernt und histologisch untersucht. Heinz Hohenberg vom Heinrich-Pette-Institut und der HNO-Arzt Thomas Grundmann von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf entwickelten jetzt ein neuartiges Diagnoseverfahren, bei dem nur winzige Mengen an Gewebe ambulant entnommen werden müssen. Der Eingriff dauert wenige Minuten und erfolgt mit Hilfe einer von Hohenberg entwickelten äußerst feinen Biopsienadel, die auf eine Art Pistolengriff montiert ist. Gesteuert wird sie über Ultraschall. Die gewonnenen Gewebeproben sind von sehr guter Qualität und können so mit modernen mikroskopischen Methoden untersucht werden. Für die Patienten ist die Biopsie nahezu schmerzfrei und unblutig. Außerdem spart diese Methode Kosten, da Operation und anschließender stationärer Aufenthalt überflüssig sind. Ein Vergleich der durch Mikrobiopsie gewonnenen Proben mit der herkömmlichen Methode ergab eine nahezu hundertprozentige Übereinstimmung der Diagnosen für Lymphome und Metastasen im Kopf-Hals-Bereich. Außerdem eignet sich dieses Verfahren zur Überprüfung einer Chemo- oder Strahlentherapie.
Helmut Broeg





