Wer einen Herzinfarkt erleidet, sollte so schnell wie möglich versuchen, wieder auf die Beine zu kommen. Die jahrzehntelang verordnete mehrwöchige Bettruhe schadet oft mehr, als sie nützt. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Cochrane Collaboration, eines internationalen Zusammenschlusses von Medizin-statistikern, die im Sinne der sogenannten evidenz-basierten Medizin regelmäßig die Studiengrundlage gängiger medizinischer Ratschläge und Therapieverfahren bewerten.
Für ihre Analyse werteten die Experten 15 Studien mit Daten von über 3000 Patienten aus. Alle hatten einen „unkomplizierten” Herzinfarkt erlitten, das heißt: Komplikationen wie Herzschwäche, Herzbeutelentzündungen oder Embolien waren nicht aufgetreten. In dieser Gruppe fanden die Wissenschaftler keinen Hinweis darauf, dass eine Bettruhe von 13 oder mehr Tagen den Heilungsprozess gefördert hätte. Im Gegenteil: Patienten, die früher aufgestanden waren, hatten ein geringeres Risiko, in der Behandlungsphase zu sterben. Auch Folgeprobleme wie Blutgerinnsel oder Herzrhythmusstörungen traten bei ihnen seltener auf. Weiterer Vorteil: Durch die frühe Mobilisation wurde die Beinmuskulatur gefordert, und es waren keine aufwendigen Rehabilitations-Behandlungen nötig, um die Muskulatur neu aufzubauen. Manche Kliniken halten ihre Patienten daher schon 24 bis 48 Stunden nach einem Infarkt zu regelmäßiger Bewegung an.





