In deutschen Krankenhäusern werden jedes Jahr etwa 320 000 Krampfader-Operationen durchgeführt. Etwa ein Fünftel der Patienten muss sich nach einiger Zeit einem zweiten Eingriff unterziehen, denn Krampfadern können sich – ähnlich wie Karies nach einer Zahnbehandlung – wieder neu bilden. Mehr als zwei Drittel dieser Zweitoperationen sind jedoch nach wie vor auf schlampiges Arbeiten der Chirurgen zurückzuführen. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Universität Bochum.
Die Mediziner um Achim Mumme und Markus Stücker hatten bei 417 Patienten mit einer Zweitoperation an Leistenkrampfadern das entnommene Gewebe histologisch untersucht. Sie stellten fest, dass bei 279 ein falsch durchgeführter erster Eingriff die Ursache für die erneute Bildung von Krampfadern war. Die Chirurgen hatten die krankhaft veränderte Stammvene (Vena saphena magna) versehentlich nicht komplett entfernt. Dadurch wurde der verbliebene Rest, der so genannte Sapheastumpf, zum Ausgangspunkt neuer Krampfadern.
„Durch diese Probleme entstehen jedes Jahr zusätzliche Kosten von 40 Millionen Euro”, erklärt Mumme. Der Wissenschaftler rät Patienten daher, Krampfader-Operationen nur von ausgewiesenen Spezialisten durchführen zu lassen, die eine hohe Zahl von Eingriffen vorweisen können.





