Der Sturm auf die Düppeler Schanzen war die entscheidende Schlacht des deutsch-dänischen Kriegs von 1864, in dessen Folge Schleswig, Holstein und Lauenburg letztlich an Preußen fielen. In Dänemark ist Düppel ein zentraler Erinnerungsort. So wurde das Buch dort auch ein Verkaufsschlager und 2008 sogar als bestes Sachbuch des Jahres ausgezeichnet. Was es außergewöhnlich macht, ist nicht die politische Einbettung, sondern dass der Autor vor allem den ganz normalen Soldaten eine Stimme verleiht – ihren Sorgen, ihren Hoffnungen, ihrem Sterben, und das alles in ihrer eigenen Sprache.
Das berührt und lässt die bald nach 1864 auf beiden Seiten gesponnenen Heldengeschichten in einem fahlen Licht erscheinen. Nein, auch dieser Krieg war grausam – ob in der nüchternen Sprache der Ärzte in den Lazaretten oder in den Schilderungen der Beteiligten: Düppel wurde für Dänen und Preußen gleichermaßen zur „Schlachtbank“.
Vollends surreal erscheint aus heutiger Sicht, dass auf preußischer Seite inmitten des ohrenbetäubenden Schlachtenlärms eine Musikkapelle aufspielte und den von Gottfried Piefke eigens aus diesem Anlass komponierten „Düppeler Schanzen-Marsch“ und anschließend „Heil Dir im Siegerkranz“ intonierte.
Rezension: Uwe A. Oster




