Die Theorie, dass die ersten Schildkröten vor mehreren Hundert Millionen Jahren auf dem Land und nicht im Wasser lebten, hat eine Studie der Universität Bonn erhärtet. Die Paläontologen Torsten Scheyer und Martin Sander hatten den Aufbau der Panzer von fast 40 heutigen Schildkröten-Arten untersucht und sie mit den Fossilien von knapp 70 längst ausgestorbenen Arten verglichen, die bis zu 200 Millionen Jahre alt waren. Erstaunlicherweise glichen die Panzer der Fossilienfunde stark denen heutiger Landschildkröten: Sie waren sehr kompakt und hatten kaum Hohlräume. Hohlräume im Panzer sind aber typisch für Wasserschildkröten, da sie Auftrieb verleihen, was Energie spart. Aus den Ergebnissen schließt Scheyer: „Die ersten Schildkröten waren aller Wahrscheinlichkeit nach Landbewohner.” Schon 2004 hatten US-Wissenschaftler die bis dahin gängige These, Schildkröten hätten zunächst im Wasser gelebt, ins Wanken gebracht. Walter Joyce und Jacques Gauthier von der Yale University in New Haven hatten fossile Funde der Reptilien untersucht und herausgefunden, dass die Beine nicht zum Schwimmen geeignet waren.





